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September 19, 2008 um 4:06 pm
Leider, leider muss ich als Wissenschaftler, Unternehmer und Philosoph aber doch sagen, dass sich die Verhältnisse inzwischen recht verworren sind. Nehmen wir z.B. die Orthodoxie gegenwärtiger Physiker und deren Argumentation über die angebliche, (behauptete) Sicherheit, in der sich die Rollen von Religion und ehrlicher Wissenschaft mittlerweile allzudeutlich invertierten. siehe hierzu meinen Artikel “Sciene and Religion”: “http://lhc.blogsite.org/index.php?option=com_content&view=article&id=58″
September 14, 2008 um 8:50 am
Der Begriff eines universellen Naturprinzips als ontologischer und nicht als rein formaler Begriff wurde von Nikolaus von Kues in seiner Schrift De Docta Ignorantia und anderen naturwissenschaftlichen Schriften in die europäische Kultur der Neuzeit eingeführt. Diese Schriften des Cusaners waren der erste systematische Ansatz zur Begründung einer universellen Naturwissenschaft im modernen Europa.
Entscheidend für die Entdeckung des entsprechenden Prinzips war bereits Cusas Hinweis, daß Archimedes einen grundsätzlichen methodischen Fehler beging, als er versuchte, einen Kreis oder eine Parabel durch Quadratur zu erzeugen.
Das gleiche Argument taucht an zentraler Stelle bei Keplers vorläufiger Abhandlung der Gravitation in seiner Neuen Astronomie auf. Die Entdeckung, daß die elliptische Erdbahn dem Prinzip „gleiche Zeit – gleiche Fläche“ entspricht (was allein schon eine außerordentliche Errungenschaft der experimentellen Methode war), genügt für den Beweis, daß die Wirkrate entlang der Umlaufbahn sich nicht durch Quadratur annähern läßt. Vielmehr muß man beim Messen der Veränderungsrate davon ausgehen, daß die entsprechende Wirkung nicht in angedeuteter Form räumlich, sondern ontologisch infinitesimal ist. Keplers experimentelle Entdeckung zeigt, daß die Gravitation keine cartesische Beziehung ist, wie de Moivre, D’Alembert, Euler, Lagrange u.a. mit ihrem Unsinn vom „Imaginären“ nahelegten. Vielmehr ist die Gravitation nach der These von Kepler und Einstein ein dynamisches Prinzip – im klassischen pythagoräisch-platonisch-Leibniz-Riemannschen Sinne von „Dynamik“ -, welches die physikalische Raumzeit, in der es wirkt, (funktional) begrenzt. (Dieses Phänomen beweist in erster Annäherung ein Konzept, das in den Methoden von Aristoteles-Euklid und von Paolo Sarpis empiristischen Anhängern gar nicht existiert.) Aufgrund dieses entscheidenden experimentellen Umstands besteht implizit eine Übereinstimmung zwischen Keplers Werk und Einsteins Vorstellung, als er Keplers Genie verteidigte, wonach das Universum als Ganzes selbstbegrenzt und deshalb in diesem spezifischen Sinne endlich sei.
Die Argumentation von Kepler, Leibniz, Riemann und Einstein in diesem Zusammenhang stellt uns vor die praktische Schwierigkeit, daß diese im Experiment fußenden Vorstellungen die gesamte Lehre von Aristoteles, Euklid und des modernen Empirismus vollkommen umstürzen. Es geht hier nicht um formal-mathematische Fragen einer deduktiven Methode, sondern um das genaue Gegenteil.
Nämlich: Bei Aristoteles und seinem Anhänger Euklid werden Erfahrungen wegen der herrschenden Apriori-Annahmen bloß als Sammlung von Prädikaten der Sinneswahrnehmung behandelt. Bei Irrationalisten wie den modernen Anhängern Sarpis ist es noch schlimmer: Dort ist es nicht erlaubt, universelle Prinzipien als etwas zu behandeln, das wirklich existiert. Für die Empiristen gibt es nur den schemenhaften Ausdruck eines Prinzips, etwa in Form seines formal-mathematischen Schattens.
Entgegen den aristotelischen und empiristischen Sophisten ist der Bereich unserer empirischen, naturwissenschaftlichen Wahrnehmung des bekannten Sonnensystems in Wirklichkeit in drei unterschiedlich definierte, physikalische Phasenräume unterteilt: 1. Das Unbelebte; 2. lebende Prozesse außer den praktischen Wirkungen menschlicher Kreativität, die Biosphäre; und 3. die spezifischen Wirkungen, die allein mit der schöpferischen Tätigkeit des Menschen verbunden sind (im Sinne der „vorbildlichen“ menschlichen Kreativität von Keplers Entdeckung der universellen Gravitation), die Noosphäre. Um jeweils einen Bereich von den beiden anderen zu unterscheiden, ist für jeden ein funktionaler physikalischer Phasenraum zu definieren – im Sinne der Kepler-Einsteinschen Definition von Keplers Entdeckung der universellen Gravitation.
Das entspricht der Idee eines wahren Transzendentalen, d.h. eines ontologisch aktualen Transzendentalen, dessen Existenz aus dem Vokabular der modernen empiristischen und verwandten Lehrpraxis systematisch verbannt wurde, genauso wie es für Angehörige der früheren „mechanistischen Schule“ wie de Moivre, D’Alembert, Euler, Lagrange, Cauchy, Clausius, Grassmann u.a. nicht existent war.
Der Vorgang der Entdeckung eines physikalischen Naturprinzips, wie das von mir genannte Beispiel von Keplers Entdeckung und Beweis der universellen Gravitation, ist das Paradigma für die Definition des Begriffs echter Kreativität in der Naturwissenschaft wie auch in der klassischen Kunst (aber nur wirklich klassische Kunst in der platonischen Tradition). Bei allen diesen Beispielen ist der Begriff von Kreativität und von universellen Prinzipien empirisch mit der gleichen Vorstellung von ontologischer Diskontinuität verbunden, die auch bei Keplers grundlegenden Entdeckungen in der Astrophysik und bei Nikolaus von Kues’ Ablehnung der Kreisquadratur zuvor zum Tragen kam.
Nach dem Gesagten wollen wir uns nun unmittelbar der Frage zuwenden, wo die so definierte menschliche Kreativität in Hinsicht auf die Existenz und Weiterentwicklung menschlicher Ökologien funktional ihren Platz hat. Der Ursprung dieses Problems ist – wie ich weiter unten in diesem Kapitel zeigen werde – „elementar“ im Sinne von Edgar Allan Poes Der entwendete Brief.
Die Perversitäten moderner Eliteuniversitäten
Viele von uns, die sich aus diesem literarischen Anlaß zusammengefunden haben, werden sich an Ausrufe wie diesen erinnern: „Das läuft allem zuwider, was mir beigebracht wurde!“ Zum Beispiel: „Ich vertraue meinem Ehemann, und deshalb könnte ich nie glauben, daß…“ Oder: „Wenn Sie recht hätten, müßte alles, was ich an meiner Universität über Wissenschaftsmethode gelernt habe, falsch sein!“ (was wahrscheinlich stimmt.)
Statt sich von vornherein zu weigern, über Keplers ausführlich beschriebene, experimentell wiederholbare Entdeckungen zu reden, sollte der Leser tun, was viele meiner jungen Mitarbeiter in Gruppen eifrig getan haben: nämlich jeden einzelnen der entscheidenden Schritte, die Kepler zu seiner einzigartigen Entdeckung der Gravitation führten, gründlich nachzuvollziehen. Die Kreise um Isaac Newton haben die Entdeckung dann Newton zugeschrieben, indem sie aus den damals in England veröffentlichten Schriften Keplers einfach abschrieben, doch es ist nicht bekannt, daß jemals ein Verfechter dieses Schwindels im einzelnen auf die experimentelle Methode verwiesen hätte, mit der Kepler seine Entdeckungen tatsächlich erreicht hat. Wer Newtons Schwindel gegen Keplers eigentliche Entdeckungen verteidigt, ist angesichts der unwiderlegbaren Beweise entweder einfach dumm oder ein kolossaler Schwindler. Dabei gehören zu diesen Übeltätern, wie ich schon betont habe, sogar Wissenschaftsprofessoren an vielen führenden Universitäten auf der ganzen Welt!
Das absurde Argument dieser Professoren lautet praktisch: „Wenn Sie recht hätten, wäre alles, was ich selbst einmal gelernt habe, falsch! Keiner meiner Kollegen (d.h. genauso Irregeführte) ist Ihrer Meinung!“
Warum nehmen diese Professoren und ihresgleichen diesen Isaac Newton, dessen nachgelassene Papiere aus seiner später geöffneten Truhe ihn als abergläubischen Spinner entlarvten, so hysterisch in Schutz?37 Was terrorisiert sie und treibt sie praktisch in einen psychotischen Zustand, in dem sie Newton verteidigen?
Im Bereich der Naturwissenschaften wie auch auf anderen Feldern gibt es gewisse Überzeugungen, bei denen eine wohlbegründete Tatsache bei der betreffenden Person oder Personengruppen zu einer ungeheuren persönlichen Bedrohung werden kann. Sie würden sogar ihre eigene Mutter verleugnen, wenn man ihnen einredet, das wäre notwendig, um ihr persönliches Identitätsgefühl zu bewahren oder um ein tatsächliches oder auch nur eingebildetes Verbrechen zu vertuschen oder um die Untreue ihrer Ehefrau zu leugnen.
Den Musterfall einer solchen Hysterie beschreibt der Dichter Aischylos im erhalten gebliebenen Mittelteil seiner Prometheus-Trilogie, Der gefesselte Prometheus. Für Hysteriker solcher Kategorien ist jede Äußerung schöpferischer Vernunft unter Angehörigen niederer gesellschaftlicher Klassen eine existentielle Bedrohung ihres Glaubens an die soziale Weltordnung, mit der sie sich identifizieren und als deren Teil sie sich fühlen. In der hochanschaulichen Prometheus-Trilogie werden die Gründe für den typischen Schwindel der „Newtonianer“ gegenüber Keplers gründlich dokumentierter, ureigenster, in der Geschichte der neuzeitlichen Naturwissenschaft einzigartiger Entdeckung der universellen Gravitation sehr genau beschrieben. Würden sie die überwältigenden Beweise für Keplers Entdeckung akzeptieren, würde für sie ihre ganze Welt einstürzen: „Mein ganzes Lebenswerk wäre ruiniert!“ (Oder schlimmer: „Dächte einer von meinen Kollegen, daß ich so etwas glaube, wäre meine Karriere quasi durch Lynchmord sofort beendet!“)
Bei jenem typischen Professor oder anderen in dieser eben beschriebenen Kategorie von Schwindlern kann dieses Phänomen durchaus psychopathologisch in dem eben geschilderten Sinn sein. Aber während ein solches erbärmliches Verhalten individuell ist, ist es in diesem Fall auch institutionell, systemisch.
Mächtige Institutionen, wie insbesondere das Britische Empire, würden aus Verlust an Selbstachtung zerfallen, wenn die Wahrheit über Keplers Entdeckungen unter Akademikern und anderen Fachleuten allgemein anerkannt wäre. Oder anders gesagt: Der religiöse Glauben an den olympischen Zeus, sozusagen den Vater des gesamten europäischen Imperialismus, würde sich in Luft auflösen; die Hohenpriester von Babylon würden fallen, und das gesamte mit dem britischen System und seinen Vorgängern verbundene Glaubenssystem würde quasi vor unseren Augen für immer zusammenstürzen.
Man denke sich Newton als Cäsars Frau: „Entledige dich dieses Kerls (Kepler oder Leibniz), dessen bloße Gegenwart unseren angenommenen Glauben untergräbt.“ Oder man denke an das „Feuer“ des Prometheus. Der olympische Zeus erkennt, daß das Prinzip des „Feuers“ eine Realität ist, die seine imperiale Macht über leichtgläubige Untertanen bedroht. Deshalb will Zeus Prometheus bestrafen, weil der das Wissen über etwas weitergegeben hat, von dem Zeus weiß, daß es ein reales, wirksames Naturprinzip ist (so wie die Kernkraft heute).
Auf das gleiche Syndrom stößt man derzeit in der Beziehung von Prinz Philip zu seinem willigen Lakaien, dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore, der sich praktisch dem ultramalthusianischen Kult von Prinz Philips World Wildlife Fund verschrieben hat. Philip, Charles und ihr Lakai Gore lehnen wirkliche naturwissenschaftliche Praxis hysterisch ab und begehen sogar offenen Betrug an einfachsten wissenschaftlichen Tatsachen. Gore greift bei seinem Bemühen, echte Wissenschaft auszumerzen, sogar zu reinen Lügen.
Anders als seine leichtgläubigen Anhänger hat Gore selbst keine wirklichen Gründe für seinen Haß auf die Wissenschaft vorzuweisen; er gibt, wenn auch nur indirekt, zu, daß die von ihm verhaßte Wissenschaft eigentlich funktioniert. Wenn er das nicht glaubte, machte er sich in seinem hysterischen Versuch, deren Realität zu leugnen, zum größten Narren. Er leugnet im Grunde nicht, daß Wissenschaft existiert; er stellt eine Reihe angeblicher Fakten auf, um in betrügerischer Absicht zu behaupten, es sollte keine Wissenschaft geben und deren Ausübung deshalb verboten werden.
Solche plumpe Sophisterei bringt Gore als seine angeblichen Beweise für seine behauptete „wissenschaftliche Autorität“ vor. Einige Leute glauben Gore nur, weil sie selbst korrumpiert oder einfach soweit verdummt sind, daß sie solchen Unsinn glauben wollen, nur weil sie unter ihren Freunden (praktisch Kannibalen) respektiert werden möchten. Gore hat niemals etwas wirklich Kompetentes vorgelegt, er ähnelt in wissenschaftspolitischen Fragen eher einem Opossum oder anderen Beuteltier, das unter die höheren Säugetiere gefallen ist und nun seine angenommenen beuteltieranalogen Gattungsinteressen gegen die bedrohliche Gegenwart von Säugetieren wie du und ich verteidigt.
An Gores „grüner“ Pose ist nichts wesentlich Neues, was nicht schon Hermann Göring und andere Nazis in der Hinsicht ausgedrückt hätten, wie dies seit Ende der zwanziger Jahre im Film festgehalten wurde. Görings Nazisympathisanten unter führenden britischen Kreisen und auch reichen US-Finanzkreisen, die in den zwanziger und dreißiger Jahren die Hitler-Bewegung unterstützten, verkörperten die gleiche malthusianische Tradition wie Gore heute.
Oder man betrachte das höchst relevante Beispiel der Universität Harvard, wo immer wieder solche Angriffe auf die Wissenschaft geführt werden, schon seit den Tagen von Cotton Mathers Kampf gegen solche Korruption, oder später die Angriffe auf Alexander Dallas Baches positiven Einfluß auf die amerikanische Wissenschaft. Die heutige Variante der alten Amerikanischen Tories von Harvard zeigt sich allgemein im Einfluß einer starken anglophilen Korruption bezüglich wissenschaftlicher und anderer Ideen, ganz besonders seit der Zeit nach dem Mord an Präsident John F. Kennedy.
Der moralische Verfall an den heutigen führenden Universitäten und ihren Ablegern ist besonders spürbar, seit 1967-68 die nachindustrielle Wende der amerikanischen Volkswirtschaft begann.38 Die heutigen USA stehen in der Wirtschaftspolitik wie auch in der allgemeinen politischen und wissenschaftlichen Ideologie praktisch völlig unter der Kontrolle eines nachindustriellen, malthusianischen Wahnsinns, der an die Flagellanten in Europa im 14. Jahrhundert oder an Jonathan Swifts Karikaturen in seiner Reise nach Laputa erinnert.
Unsere Zivilisation steht heute vor einer inneren Bedrohung durch moralische und intellektuelle Korruption, die sich in der gesamten Ausrichtung der Universitäten ausdrückt und sogar das soziale akademische Leben übernommen hat. Dies hat auf die gesamte Lehre an den naturwissenschaftlichen Fakultäten der tonangebenden amerikanischen Hochschulen übergegriffen. In dem Maße, wie immer exotischere Auswüchse eines solchen Sammelsuriums überhand nehmen, ist die eigentliche Wissenschaft zunehmend nur noch als Kuriosität vertreten, nicht mehr als nationale Aufgabe.
Wissenschaft an diesen Universitäten ist zu einer Frage der Religion geworden, vor allem zu immer seltsameren Varianten des Heidentums. Solche Religionen, nicht die Wahrheit, bleiben zurück wie der biblische Ikabod als Überrest verstorbener Gelehrtenseelen.
Kurz, die führenden Kulturen der ganzen Welt, besonders die transatlantische Zivilisation, haben in der Hinsicht völlig den Verstand verloren und sind an dem Punkt, wo sie den gesamten Planeten in ein wahrscheinlich jahrhundertelanges oder noch längeres neues finsteres Zeitalter der Menschheit stürzen. Unsere Universitäten in Nordamerika und Europa sind lediglich in besonderer Weise typisch für diese tödliche Seuche des Verfalls, die jetzt noch den letzten Anschein von Zivilisation weltweit auszulöschen droht.
August 16, 2008 um 12:55 pm
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