SVP: deutsche Professoren als Feinbild

Quelle: maskworld.com

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Die Schweizer Volkspartei macht Stimmung gegen deutsche Professoren

Prof. Axel Meyer, Ph., D., Evolutionsbiologe Universität Konstanz

Hier in Konstanz ist die Grenze zur Schweiz so nah, dass es nur genau drei Tankstellen
gibt für die 75 000 Einwohner der Stadt. Denn mehrere Dutzend Tankstellen in Kreuzlingen auf der anderen Seite der Grenze reichen auch noch für uns. Das Benzin ist wegen der niedrigeren Steuern viel billiger in der Schweiz. Aber fast alles andere  ist sehr viel teurer dort, wegen der EU-Subventionen bei uns.

Konstanz (sprich: Konschtanz) ist ein sehr ruhiges Provinzstädtchen.  Allmorgendlich bewegt sich eine Armada von Tausenden Autos über die Grenze in Richtung Zürich, wo viele Deutsche arbeiten. Wir sind die größte ausländische Minderheit der Schweiz, es zieht sogar noch mehr Deutsche jedes Jahr dorthin als in die USA. Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung  in der Schweiz sind keine Schweizer. Es ist  schwierig, Schweizer  zu werden.

Nachdem es der UBS und der Credit Suisse wegen des bröckelnden  Bankgeheimnisses nicht mehr ganz  so gut geht und die Finanzkrise auch zu ein paar Prozentchen Arbeitslosigkeit  geführt hat, fühlen sich die Schweizer bedrängt und sind verängstigt. Denn es geht ans Eingemachte – ans Geld.

Der „deutsche Filz“

Die Schweizer Volkspartei (SVP) ist ein rechter demagogischer Haufen, der Fremdenängste gegen Osteuropäer,  Afrikaner und Muslime gerne bedient. Die SVP hat auch die meisten  Stimmen aller Schweizer Parteien bei den letzten Wahlen erhalten. Sie initiierte die Volksabstimmung zum Minarettverbot, und sie macht jetzt Druck  gegen Ausländer, die den Schweizern angeblich die Jobs wegnehmen. Nun ist die aktuellste Anzeigenkampagne der SVP gegen eine besondere neue Gruppe gerichtet: die deutschen Professoren in der Schweiz. In einer Anzeige in der Neuen Zürcher Zeitung  im Dezember beschwor die SVP den „deutschen Filz“, der dazu führe  dass an den Krankenhäusern und Universitäten Deutsche überhandnehmen und sich gegenseitig präferenziell einstellten. Über 200 Professorender Uni Zürich und der ETH schalteten daraufhin eine Gegenanzeige in der NZZ, in der sie den Rassismus und die Fremdenfeindlichkeit der SVP beklagen. Viele Schweizer wollen ohnehin gar keine akademische Laufbahn einschlagen, denn in der Wirtschaft verdienen sie sehr viel mehr.

Was ich beklagenswert finde, ist, dass der deutsche Steuerzahler für teures Geld hochqualifizierte Ärzte  und Akademiker ausbildet und sie dann dem Schweizer Staat umsonst zur Verfügung stellt. Dieser Punkt wird von der SVP verschwiegen. Es kostete Hunderttausende Euro, einen Facharzt auszubilden, der jetzt in Norwegen, England oder der Schweiz arbeitet. Warum kann man nicht von ins Ausland auswandernden Deutschen verlangen, die Kosten  ihres Studiums an den Steuerzahler zurückzuzahlen?

2 Antworten zu „SVP: deutsche Professoren als Feinbild“

  1. Tweets die SVP: deutsche Professoren als Feinbild « Brights – Die Natur des Zweifels erwähnt -- Topsy.com Sagt:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von JoergR, nickpol und nickpol, Lisa Perret erwähnt. Lisa Perret sagte: SVP: deutsche Professoren als Feinbild: http://wp.me/p36Ae-1OO Prof. Meser über die Schweiz #SVP #Professor #Bildu… http://bit.ly/874Cwd [...]

  2. Jaquento Sagt:

    Würde die Politik es schaffen, in Deutschland für bessere Arbeitsbedingungen für Gelehrte zu schaffen, hätten wir das Problem nicht.
    Dies geht aber ganz bestimmt nicht in dem man der Wirtschaft die kalte Schulter zeigt und die Unis zu staatsverfilzten Elfenbeintürmen ausbaut.
    Die Schweiz selbst hat das Problem, das ihre Wissenschaftler in die Privatwirtschaft wandern

    Was wir brauchen ist ein Hochschulsystem, bei dem es sich für alle lohnt Forschung und Lehre zu betreiben.


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