
weiterJürgen Becker, Foto: pd
Jürgen Becker ist einer der beliebtesten deutschen Kabarettisten. Seit fast 20 Jahren moderiert er die TV-Sendung „Mitternachtsspitzen“ und tourt durch die Republik.
Als Ihre Agentur unseren Interviewtermin bestätigte, erfuhren wir, dass gestern in Ihrem Terminkalender „Geburtstag Mama“ eingetragen war. Wie war er?
Becker: Soso, das wissen Sie also (lacht). Ja, meine Mutter ist 76 geworden. Etwa 20 Leute waren da, Nachbarn, mein Bruder, meine Schwägerin, meine Frau und meine Tochter. Wir haben Kuchen gegessen. Es war sehr nett.
Nun kommen Sie mit dem Programm „Ja, was glauben Sie denn?“ ins katholische Münsterland. Haben Sie Muffensausen?
Becker: Nein, in katholischen Gegenden funktioniert Kabarett am besten. Da finden ja auch die meisten Karnevalsveranstaltungen statt. In Niedersachsen ist Diaspora, im Münsterland und in Bayern wird gefeiert.
Warum ist das so?
Becker: Luther hat die Heiligen und die Doppelmoral abgeschafft. Aber er hat auch den Humor mit gekippt. Eine Religion, in der es 600 Vorschriften gibt, muss Humor entwickeln, um damit umzugehen. Im Judentum werden zum Beispiel Witze darüber gemacht, wie man die Essens-Vorschriften umgeht. Frei nach dem Motto: Erstmal die Sau rauslassen. Es heißt ja auch: Jetzt gehn wir erstmal in den Puff, dann haben wir das aus dem Kopf.
Was glauben Sie denn?
Becker: Ich bin ja gut katholisch. Aber die Leute glauben ja immer, sie müssten alles glauben. Ich halte es da mit dem Physiker Niels Bohr: Der hatte an seiner Skihütte ein Hufeisen hängen. Die Besucher fragten immer: Sie als Naturwissenschaftler glauben an so was? Er antwortete: Nein, das nicht, aber man versicherte mir, dass es auch wirkt, wenn man nicht daran glaubt.






































































Januar 25, 2010 um 5:22 pm
auch gut von ihm: http://www.youtube.com/watch?v=dc9Oklle6nQ
Januar 25, 2010 um 3:28 pm
Und deshalb bewundere ich diesen Mann
. Die Mitternachtsspitzen sind irre cool und sein Humor trifft mich Düsseldorfer besonders gut (oder hart, je nach Lokalpatriotismus
) .
Kein Wunder. Konnte man sich ja nicht mal einigen, welcher der Götter sich erzürnt gefühlt haben soll
. In polytheistischen Gesellschaften waren Götter eher Teil der Gemeinschaft, größere Brüder, Nachbarn. Leute wie Du und ich. Der Monotheismus haute eine Latte von Gesetzen auf den Tisch und quetschte den Menschen in ein strenges Korsett. Jeglicher Ausrutscher und jegliche (Miss-)Interpretation soll den Zorn eines (!) Gottes erzürt haben … und schon war der Grund für einen Krieg gefunden. Im Polytheismus konnte man noch die unterschiedlichen Gottheiten umbenennen, und es machte ihnen nichts aus. So mutierte der griechische Poseidon zu dem römischen Neptun, und kein Wasserkrieg wurde ausgeübt. Waren beide doch “aus dem selben Blute” und für das Wasser verantwortlich. Im Monotheismus gilt schon eine einzige Zeile als Rechtfertigung zum (Ehren-)Mord … und dies ohne jegliche Alternative. Der Monotheismus war, ist und bleibt … gefährlich.
Einen Wissenschaftler würde ich für eine solche Behauptung mit Torten bewerfen. Bei ihm schmunzele ich, denn ich kann mir dies gut vorstellen
.