Margot Käßmann und der gerechte Krieg in Afghanistan

Margot Käßmann, Quelle: Uni Göttingen

Von Alan Posenerstarke-meinungen.de

Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat den Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan „gefordert“. Nun hat Frau Käßmann, wie jeder Bürger und jede Bürgerin dieses Landes selbstverständlich das Recht auf freie Meinungsäußerung; allerdings erfordert das Amt, dass sie erstens davon sparsam Gebrauch macht und zweitens, dass sie dann so argumentiert, dass es für die Mitglieder ihrer Kirche nachvollziehbar ist.

Frau Käßmann begründet ihre Forderung in der „Berliner Zeitung“ aber wie folgt: „Es gibt keinen gerechten Krieg“. Nun gut, wenn man das meint, dann erübrigt sich jede konkrete Diskussion um konkrete Kriege. Gesinnungsethik schlägt Verantwortungsethik, und damit basta.

Freilich war das nie die Position der meisten Christen. Jesus aus Nazareth hat sich zur Frage, ob es gerechte Kriege gebe, ebenso wenig geäußert wie Paulus aus Tarsus, und zwar aus dem Grund, weil das für die Lebenswelt ihrer Anhänger irrelevant war. Sie meinten, dass der bewaffnete Aufstand gegen Rom selbstmörderisch wäre – was sich 40 Jahre nach der Hinrichtung Jesu als eine richtige Analyse erwies. Aussichtsreicher war da die Schaffung einer christlichen Parallelgesellschaft unter Ausnutzung des Friedens, der Freiheiten und der Rechte, die das Imperium bot.

Was nun Martin Luther angeht, der für Frau Käßmann doch eine gewisse Relevanz haben müsste, so geht er in seiner „Zwei-Reiche-Lehre“ davon aus, dass der Staat sehr wohl das Schwert führen müsse gegen das Verbrechen und das Unrecht. Nur im Reich Gottes gelte die Bergpredigt mit ihrem Gebot der Gewaltlosigkeit. Daraus folgt, dass der Krieg zur Verteidigung der Freiheit, des Rechts und – ja – des Friedens gerecht ist.

weiterlesen

6 Antworten zu „Margot Käßmann und der gerechte Krieg in Afghanistan“

  1. Rubin Sagt:

    Frau Kaessmann sollte mit ihren Vorständen für´s “Argumentieren” auch welche bringen!
    Allein die Tatsache dafür ist nicht bestreitbar, wieso eigentlich dieser Krieg der Afghanistan schon seit Jahrhunderten vernichtet!
    Wir brauchen Vorlagen, … irgendetwas Deutliches …
    Ihre Worte zitiert: “Krieg ist niemals eine Lösung, jedoch ein Ausweg der Verzweiflung auf die linke Tour mit etwas mehr Geldschmälder.”
    Soll das heissen, Afghanistan verdient durch ihre Lage dieses furchtbare Erleben? TALIBAN ist das einzige …

  2. Rheinlaender Sagt:

    Wenn Kaessmann meint, es gaebe keinen gerechten Krieg, dann soll sie doch mal erklaeren wie man vor rund 70 Jahren Hitler haette bekaempfen sollen?

  3. atheist666 Sagt:

    Mich wundert das alles gar nicht, gehört doch die Käßmann jenem Typus von Protestanten an, die um jeden Preis in Sachen Populismus machen müssen.

    Man nehme nur einmal das Beispiel Fasten.
    Da wird jegliche Tradition fahren gelassen nur um ökumenisches Bewußtsein zu demonstrieren und um sich”positiv” darszustellen; was hätten die Reformatoren dazu gesagt?
    Aber dabei können es Leute wie Käßmann ja nicht belassen, nein, es muß ja noch rechtfertig werden, und so wird aus einem religiösen Ritual ein gesundförderndes gemacht, um ja zu verschleiern, worum es beim Fasten geht.

  4. tischl Sagt:

    Es geht Fr. Käßmann bei dieser Aktion nicht um Verantwortungs-Ethik oder Gesinnung, ihr Antrieb ist reiner Populismus bzw. Opportunismus. Fr. Käßmann will sich und ihr neues Amt beim Volk beliebt machen, da kam ihr das Afghanistan-Thema gerade recht. Die ablehnende Haltung der Deutschen zu diesem Krieg ist seit langem bekannt, diese Chance zur persönlichen Profilierung hat sie gesehen und ist dann medienwirksam auf diesen Zug aufgesprungen. Ebenso bei Robert Enke, dessen Tod nutzte sie auch zielsicher zur bundesweiten Fernsehpredigt.

    Auf der anderen Seite unterstützt sie den Krieg in Afghanistan weiterhin durch evangelische Militärseelsorger, deren Abzug lehnt sie nämlich strikt ab, um ihren politischen Einfluss nicht zu gefährden. Früher nannte man ein solches Verhalten schlicht – Heuchelei.

  5. Tweets die Margot Käßmann und der gerechte Krieg in Afghanistan « Brights – Die Natur des Zweifels erwähnt -- Topsy.com Sagt:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Wahoonie, nickpol erwähnt. nickpol sagte: Margot Käßmann und der gerechte Krieg in Afghanistan: http://wp.me/p36Ae-1LF #Religion #Afghanistan #BuWE #Luther #Evangelisch [...]

  6. Margot Käßmann und der gerechte Krieg in Afghanistan « Skydaddy's News Sagt:

    [...] Via Brightsblog. [...]


Einen Kommentar hinterlassen