
"Gott"-Autor Lütz signiert (CC-by-nc-sa/3.0 by Kuro Sawai)
Von Kurow Sawai – Brights Marburg
Mit seinem Missions-Büchlein “Gott, eine kleine Geschichte des Größten” von 2007 zieht der offenbar unausgefüllte Kölner Psychiatrie-Chefarzt neuerlich durch die Lande. In Marburg hatten ihn die Studentenmission sowie die “Menschenfänger” des sogenannten Christustreffs als adventliches “Fanal”-Ereignis eingeladen.
Den bösen, rätselhafterweise aber ständig mehr werdenden Atheisten oder an Christen-Schmonzes einfach Desinteressierten mussten mal wieder die Deibels-Hörner aufgesetzt werden. Sonst könnte der “Himmel” am Ende ein dünn bevölkertes Wolkenfeld werden und in der “Hölle” würde wegen Überfüllung geschlossen?
Die Veranstaltung im Marburger Hörsaalgebäude am 8. Dezember füllte tatsächlich den drittgrößten Hörsaal rappelvoll. Das erklärt sich leicht: Marburg hat einen großen protestantischen Fachbereich, zahlreiche freikirchliche Gemeinden und Gruppen wie dieser “Christustreff”.
Und Lütz hat in dieser Szene einen gewissen Ruf, als Vortragsredner nicht allzu langweilig aufzutreten. Er keilt aus. Nicht so polterig peinlich wie Mixa, zugegeben. Gegen den altbösen Feind, den “gemeinen” Atheisten, hat er immer ein Witzchen oder noch ne Anekdote. Der “Running Gag” in Lützens Buch ist das “Alte Mütterchen” des mittelalterlichen Thomas von Aquin als Lackmustest einer “für alle” verständlichen Sprache.
Der Theologe (Zweitstudium) und Katholik Lütz verfügt über eine gute, sonore Stimme, Erfahrung und Talent als Rhethoriker. Als Unterhaltungskünstler macht er sich gar nicht so schlecht.
Nicht humorlos aber langatmig ist er auf alle Fälle. Zwei Stunden dauerte der Vortrag, kaum jemand ging vorzeitig. Ich traf wegen einer zuvor besuchten Veranstaltung erst nach der Hälfte dort ein. Mehr hätte ich wohl auch nicht ertragen. (Der Bericht kommt übrigens deswegen so spät, weil ich am Mittwoch unverhofft bettlägerig krank wurde für eine Woche.)
Umwege sind Lützens Trick, sich an ihm missliebige Erscheinungen in der Gegenwart anzupirschen. Er nimmt Elton Johns Auftritt auf der Trauerfeier für Lady Di ebenso unter den Hau-drauf-Hammer wie laut Klappentext des Buchs “die Argumente der besten Atheisten der Welt” oder die Debatten um Evolutionstheorie und Hirnforschung. Er angelt den sehr verschiedenen Gottesbildern der Kinder, Lehrer, Wissenschaftler und Philosophen hinterher.
So amüsant und dem inerten Christen-Ingrimm zu Gelächter verhelfend seine Ausführungen auch sein mögen, sie halten nicht, was sie versprechen. Es hat eher den gleichen Nachhaltigkeitswert wie Comedy für Normalos oder Kabarett für Gebildete. Lütz erreicht nur ohnehin “Gläubige”. Einen kritischen Ungläubigen wie mich hinterlassen seine Anti-Atheisten-Salven ebenso wie seine rührseligen Missions-Erfolgs-Anekdoten “pein”-grinsend unberührt.
Wissenschaftliche Köpfe können dem Buch “Gott” ebenfalls wenig abgewinnen. Der Rezensent der FAZ vom 1. Okt. 2007 findet es laut Notiz des Perlentauchers “letztlich wenig substantiell und eher oberflächlich”. Er fühlte sich durch die Anekdotelei, die eingestreuten frommen Zitate und Geschichtchen aus dem privaten Leben des Autors “nicht wirklich eingeladen, mitzudenken”. Dem Rezensenten des Deutschlandradios ging das ganz ähnlich. Gewogen und zu leicht befunden.
Warum nur gibt ein so vielseitig begabter Mensch wie Manfred Lütz sich mit so zähem, ehrgeizigem Sendungsbewusstsein dem Missionieren anheim? Nur ein weiterer eitler Selbstdarsteller ist er nicht, ökonomisch macht es auch keinen Sinn. Der “Wurm” muss wohl dort sitzen, wo die Christen geleimt bzw. “imprägniert” werden, nämlich im SCHULDBEWUSSTSEIN.
Wie so viele Sprösslinge aus erzkatholischer Milieu-Prägung könnte er gegenüber seiner Mutter (warmherzig aber immer streng in Glaubensdingen) in Schuldgefühl verstrickt sein, nicht ihren Wünschen gemäß den Priester-Beruf auf sich genommen zu haben. Das ist zwar Spekulation, aber keine leere: so sicherten die Katholen jahrhundertelang ihren Funnktionärs-Nachwuchs. Denn leider ist es nunmal so: die Freiheit des Christenmenschen besteht zuvorderst darin, sich SCHULDIG zu fühlen.
Bemerkenswerterweise haben die eisbedeckten Polkappen und die römisch-katholische Kirche der Gegenwart ja viele Gemeinsamkeiten: weiträumiges Abschmelzen, wenig Lobby, keine Zukunft. Tja, wir leben im Zeitalter der Klima-Verschiebung!






































































Dezember 22, 2009 um 7:01 pm
Soll ich dir auch einen knüpfen?
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“bin ich froh in erster linie mensch zu sein”
Genau. Und bedenke:
Christus, der neue Adam, macht eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung. [...] Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt.
(Christus, novissimus Adam, in ipsa revelatione mysterii Patris Eiusque amoris, hominem ipsi homini plene manifestat eique altissimam eius vocationem patefacit. [...] Ipse enim, Filius Dei, incarnatione sua cum omni homine quodammodo Se univit.)
Gaudium et Spes, Nr. 22
http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html)
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Ein gesegnetes Weihnachtsfest! Lux fulgebit hodie super nos; quia natus est nobis Dominus.
bild.de/BILD/news/2009/12/15/papst-benedikt-XVI/weihnachtskarte.html
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PS: Ma considero importante soprattutto il fatto che anche le persone che si ritengono agnostiche o atee, devono stare a cuore a noi come credenti. Quando parliamo di una nuova evangelizzazione, queste persone forse si spaventano. Non vogliono vedere se stesse come oggetto di missione, né rinunciare alla loro libertà di pensiero e di volontà. Ma la questione circa Dio rimane tuttavia presente pure per loro, anche se non possono credere al carattere concreto della sua attenzione per noi.
http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2009/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20091221_curia-auguri_it.html
Bis zum nächsten Jahr…
Dezember 22, 2009 um 5:54 pm
Danke, wahoonie, spricht mir direkt aus dem Herzen.
Dezember 21, 2009 um 8:43 pm
Bußgürtel? wie nett… scheiße predigen, menchen verachten und dann einen bußgürtel tragen. das hilft ist christlich?
und ich dachte immer satanismus sei abartig.
aber gut, andere weltanschuung, andere sitten. bin ich froh in erster linie mensch zu sein und nicht anhänger irgendeiner dahergelaufenen gottheit.
Dezember 21, 2009 um 5:50 pm
Vlt informierst du dich mal nicht so einseitig katholisch näheres über den Todesengel kannst du hier erfahren
Dezember 21, 2009 um 5:35 pm
mal wieder bissl Trollen, hm?
Oder was soll der Unsinn?
wenns wenigstens lustig wäre.
2tsd Jahre Christentum, tss, tss, tss…
Ich bleibe Marduk treu.
Dezember 21, 2009 um 4:53 pm
Wieso Todesengel? Versteh ich nicht, das klingt etwas pejorativ, nicht wahr? Engel der Sterbenden oder so wäre treffender.
Und immerhin trug sie regelmäßig einen Bußgürtel.
Dezember 21, 2009 um 1:39 pm
Deo omnis gloria:
Ach Lumpambulus, hättest du weniger gebetet und statt dessen etwas über den Flashplayer gelernt, wüsstest du jetzt, warum du Theresa, den Todesengel von Kalkutta, nicht um-,ein-, zubetten kannst. Lernt man das nicht beim Opus Dei?
Dezember 21, 2009 um 12:40 pm
… ach kommt – der Psychiater Lütz spielt doch nur den Turbo-Katholiken. In Wirklichkeit ist er nur auf der Suche nach neuen Patienten;-).
Dezember 21, 2009 um 12:34 pm
Warum wird das eingebettet? Der Link enthielt den korrenkten Hinweis: #t=6m12s (min 6:12)
Dezember 21, 2009 um 12:33 pm
Bist wohl keen Berlina, wa? Einfach dufte der Lütz!
Und die Kirche lebt:
Dezember 21, 2009 um 8:35 am
Hab ich das richtig verstanden? Die Kirche lebt, und Lütz duftet?
oha.
Ja, das wirds sein.
Dezember 21, 2009 um 1:21 am
So’n Quatsch. Die Kirche lebt! Und Lütz ist dufte!
Dezember 20, 2009 um 9:26 am
Och, gönnen wir ihnen die Freiheit zum Schuldbewußtsein.
Als Fachmann ist er ja dann auch gleich im Bilde, sollte es ihm zufällig mal klar werden…