Die Mär vom Tod der Lemminge

Foto: WDR.de/tenta

Der Klimagipfel und die Mär vom freiwilligen Tod der Lemminge

Prof. Axel Meyer, Ph., D., Evolutionsbiologe, Zoologe Universität Konstanz

Die „Land unter“-Situation in Bangladesch und anderswo durch den steigenden Meeresspiegel und die Lage beim Klimagipfel erinnern mich an die Mär vom
freiwilligen Tod der Lemminge.
Es scheint sich im kollektiven Gedächtnis fest eingenistet zu haben, dass diese hamsterartigen Nager der Arktis regelmäßig in großen Zahlen den freiwilligen Tod in den Fluten des Meeres suchen. Diese Vorstellung geht auf Walt Disneys Tierfilm „White wilderness“ aus der „True life adventure series“ zurück, der 1958 einen Oscar als beste „Dokumentation“ gewann.

Aber dieser Film hat wenig mit „true life“ oder „Dokumentation“ zu tun. Die Filmleute haben die Tiere  schlicht von den Klippen geschubst und behauptet, dass sich Lemminge bei Überbevölkerung opfern, damit die Artgenossen genug Lebensraum und Nahrung haben. Massenwanderungen bei hoher Populationsdichte finden zwar statt. Aber sie haben
eher mit dem Druck von Fressfeinden (Schneeeulen, Skua-Möwen und arktischen Füchsen) zu tun als mit Nahrungsmangel. Die Lemminge versuchen, neue Lebensräume zu erreichen. Dies ist kein Mechanismus zur Erhaltung der Art durch freiwillige Populationsregulation.

In der Natur findet nichts zum „Guten der Art“ oder zur „Erhaltung der Art“ statt. Das ist ein Missverständnis, das Konrad Lorenz uns im deutschen Sprachraum eingebrockt hat, indem er in seinem Buch „Das sogenannte Böse“ vom „arterhaltenden“ Sinn der Aggression sprach. So funktioniert die Evolution aber nicht, denn die natürliche Auslese setzt viel schneller, stärker und unmittelbarer auf der Ebene des Individuums als auf der Ebene der Art an. Das kann man sich durch ein Gedankenexperiment vor Augen führen: Die egoistischen Lemminge, die nicht von der Klippe springen, hätten mehr Nachfahren als die selbstlosen. So würde Egoismus sich durchsetzen, denn die egoistischen Gene werden häufiger im Genpool präsent sein als die selbstlosen. Gruppenselektion, die angeblich auf der Ebene von Gruppen von
nicht verwandten Organismen agiert, war eine zu Zeiten des Disneyfilms populäre Idee. Interessanterweise ging sie gerade auf dem Höhepunkt der Hippiebewegung den wissenschaftlichen Bach hinunter mit dem 1971 erschienenen Buch
„Group Selection“ von George Williams, dessen Ideen von Richard Dawkins 1976 mit „Das egoistische Gen“ popularisiert wurden.

Artgenossen sind eben keine Genossen, sondern die größten Konkurrentenum limitierte Resourcen. Auch der die Art „Homo sapiens“ beeinträchtigende Klimawandel wird dies zeigen. Man kann nur auf etwas Kultur hoffen.

30 Antworten zu „Die Mär vom Tod der Lemminge“

  1. YeRainbow Sagt:

    Cheetah, hab leider keine Quelle. Beruht auf einer Aussage von dem inzwischen verstorbenen Dr. R. Brinks, Verhaltensbiologe.

    und mein Vergleich zu denSChweinen sollte eine Korrelation zeigen. Mehr Intelligenz, mehr Kooperationsvermögen.

    Tut mir leid, wenn das nicht rüberkam.

    Und, nein, da hast du Recht, unser Sozialsystem ähnelt dem der Löwen gar nicht (trotzdem werden die Löwen so gerne zitiert), sondern vielmehr dem der Hunde.
    Einen alternden Löwenmann würden die Löwinnen gewiß nicht mit durchfüttern.

  2. theologie-der-vernunft.de Sagt:

    Am Ende des Darwinjahres geb ich die Hoffnung nicht auf.

    Die Kultur, die wir uns nicht selbst gesetzt haben, sondern wie all Natur kreativ=schöpferisch ist, setzt sich fort. Ich geb die Hoffnung nicht auf, dass die Spur eines im Grunde vernünftiges Kultes, die wir seit Eschnaton zurückverfolgen können, sich evolutionär weiterentwickeln wird. Ich vertraue auf die evolutionäre Kreativität=Schöpfungskraft, die die sog. Selbstorganisation des Kosmos bewegt und seit dem Sternenstaub zu beobachten ist. Sie wird auch zu einem Kult führen, der den mündigen Menschen dafür begeistert, nicht einfach die Natur nachzuahmen zu wollen, sondern sich im “schöpferisch vernünftigen” Sinne zu verhalten.

    “Eurer Garten, der im Sommer immer so schön ist, sieht im Winter beschissen aus.” So meine Nichte Gestern zu mir bzw. zum Thema “Beschiß” im Kult.

    Wenn es ganz beschissen aussieht, kann es nur besser werden.

    Gerhard

  3. Cheetah Sagt:

    @YeRainbow: “nein, so viel Verstand haben sie nicht.”

    Nochmal: Das habe ich auch nie behauptet.
    Wozu sollte der in dem Fall auch benötigt werden? Alles was kurz nach der Übernahme des Rudels keiner ausgewachsenen Löwin entspricht wird eben in den meisten Fällen getötet.
    Die Jungen die danach geboren werden sind soviel ich weiß sicher. Es sind also keine hoch-komplizierten Gedankengänge nötig, damit sich ein solches Verhalten entwickelt.

    “Es hängt anders zusammen (Löwen beißen auch eigene jungen tot, sollten sie sich in Hyänen-Kacke gewälzt haben).”

    Dafür hätte ich gerne eine Quelle.

    Zum Infantizid bei Löwen: http://de.wikipedia.org/wiki/Infantizid_(Zoologie)#L.C3.B6wen

    “da fällt mir auf, Schweine zB sind noch intelligenter – und die säugen aggressionslos auch fremde Babies, obwohl ihnen klar ist, daß es so ist.
    Menschen übrigens auch.”

    Was soll das Ganze mit Intelligenz zu tun haben? Und dass es bei den Löwen so ist, muss noch lange nicht heißen dass es bei allen Säugetieren so ist.
    Vor allem da bei Menschen ein ganz anderes Sozialsystem besteht als bei Löwen.

  4. YeRainbow Sagt:

    nein, Gerhard, ich fürchte, da mißverstehst du mcih gründlich.

    der Mensch ist nicht auf Kult angewiesen.
    Der Mensch produziert die Kultur, so wie ne Biene Honig produziert. Selbst wenn der Mensch das nicht direkt vor hat, er ist ein Künstler, und ein Kulturwesen.
    andererseits natürlich ist alles beim Menschen erlernt, und so erlernt er die herrschende Kultur als “normal” vom ersten Moment an.
    Ich zB bin bei Nudisten aufgewchsen. Daß Menschlein nackig sind, und daß Nacktheit kein Problem ist, habe ich von anfang an so begriffen.
    Mit komischer Verklemmung kam ich daher nie zurecht (Schamgefühl ist angeboren, aber Nacktheit als Schamgrund ist kulturell – der Nackte an sich ist nicht beschämend), es hat länger gedauert, bis ich kapierte, was dahinter steckte und was das soll…

    Was die Beschißkultur betrifft, so ist es ne Suchtkultur. Zutiefst und basal süchtig.
    Religion ist nur ein Symptom davon, genauso wie Suchtmittelmißbrauch oder Kriminalität.
    aus meiner fachlichen Sicht sind das nciht die eigentlichen Probleme, sondern entstehen durch den Versuch der Menschen, irgendwie in der Suchtkultur zurechtzukommen.

    dazu gehört eben auch die Unterwerfung unter zauberrituale und mythische Führungspersönlichkeiten, wie es die feudal-Herrscher religiöser couleur eben sind.

    So gesehen leben wir alle noch im Stande der Leibeigenschaft, und wenn die Herrscher könnten, würden sie uns das umfassend klarmachen.
    Fehlt ihnen inzwischen die Macht, die sie mit anderen Machthabern teilen müssen.
    Es stört sie nicht die geistige und körperliche unfreiheit, sondern es stört sie die Einschränkung beim Machtausüben.

    Ganz egal, wie ihre PR-Märchen aussehen.
    Die Praxis zeigt es doch ganz klar.

  5. theologie-der-vernunft.de Sagt:

    @YeRainbow,

    soweit liegen wir gar nicht auseinander. Der Mensch ist ein Kulturwesen und daher auf einen Kult angewiesen, der sich nicht nur im Rahmen der evolutionären Relgeln weiterentwickeln, sondern der letztlich auch inhaltlich auf die Logik der Evolution (=Schöpfung) in menschlich-kulturgerechter Ausdrucksweise gründen muss.

    Und dass eine Kult, der diese nicht tut, auf leere gewordene religiöse Bilder und taube Buchstaben baut, “Beschiß”, im negativsten Sinne ist, nur untaugliche “Notdürftigkeiten” hervorbringt, das werfe ich Bild- und Buchstabenverfallenen ständig vor.

    Auch wenn ich auf völliges Unverständnis stoße, wenn ich nach einer kreativen=”schöpferischen Logik” innerhalb der evolutionären Regeln frage. Denn nochmals, ich suche als “Christ” keinen Desinger, der irgendwie denkt… Das war auch in der Antike nicht das Theama der Denker, die die monistische Welterklärung als “Logos” auf einen Nenner brachten, als Wort verstanden, das bereits seit Eschnaton galt.

    Und m.E. war dies auch nicht das Thema der theologischen Denker, die diesem Logos in menschlicher Gestalt der Welt vermittelten, weil dies im Rahmen der kulturellen Entwicklung tauglicher war, als eine philosophische Gottessohnslehre oder die Vernunftvergott der Stoa.

    Es ist Heilig Abend und ich bin immer noch auf der Suche nach Maira: Die nur von Kreativität=Schöpfung ausgehnd in unvoreingenommener Weise die Logik allen wissenschaftlich erklärten Lebensflusses in kulturgerechter Weise als menschliche Bestimmung ausdrückt.

    Frohe Weihnachten ohne Beschiß

    Gerhard

  6. YeRainbow Sagt:

    Gerhard, der Irrtum ist der :
    tiere handeln nach evolutionär vorgegebenen biologischen Regeln, die für jede Art eine eigene ist. Das muß keinesfalls vernünftig sein, sondern nur funktionieren.
    Wo es aus irgendwelchen Gründen nicht richtig funktioniert, stirbt die Art aus.

    menschen handeln weitaus geringer nach biologischen Regeln, sondern nach kulturellen.
    und wenn die Kultur nicht viel taugt, (und das mißt sich halt nach eigenen Regeln, die wiederum biologisch angepaßt sein müssen, sonst verschwindet die Völkerschaft von der Bildfläche..), dann ist da nur selten taugliches handeln zu erwarten.

    In einer Beschißkultur kann man nur Beschiß erwarten. Nicht beschissen zu werden ist eine Ausnahme und nicht kulturell determiniert, sondern aus persönlichen Gründen so entschieden worden. Und kehrt sich oft genug – in dieser Kultur – auch gegen den Ehrlichen.

    Erst, wenn diese Kultur überwunden ist, gibts ne Chance.
    Denn Beschiß zieht halt immer nur wieder Beschiß nach sich.

  7. YeRainbow Sagt:

    öh, falls hier Welpenbesitzer (Hundewelpen) sind, wollts nur erwähnen, es gibt KEINEN Welpenschutz (regelmäßig flicken TÄ Welpen wieder zusammen).

    Die Hunde, denen man draußen begegnet, sind RUDELFREMDE. Und “Welpenschutz” ist Angst vor der Wut der Mutterhündin (in diesem Falle also des Welpenbesitzers – des Alphas eben).
    O. T. aber ich wollts noch erwähnen, für den Fall der Fälle…

  8. theologie-der-vernunft.de Sagt:

    Wir hier jetzt statt bei Lemmingen nach Vorbildverhalten bei Löwen, Wölfen… gefragt.

    Ich geb die Hoffnung nicht auf, dass die kreative der menschlichen Art der wesetlichen Welt wieder eine Vernünftigkeit bewusst wird, die mich samt Löwen und Wölfen, jedes Wesen auf “artgerechte” artige Weise, wachsen ließ.

    Nochmals frohe Weihnachten

    wenn die Logik/Vernünftigkiet nicht nur des kreativen=schöpfeirschen kosmischen Gefüges und der evolutionären Welterklärung,
    sonder auch
    der kulturellen Ausdrucksweise bewusst wird, die menschliche Wesen erst für eine gemeinsamen Verant-wort-ung begeistert. (Die allein tradtionelle Buchstaben/Mythen bzw. menschliche Gesetze nicht geben können.)

    Gerhard

  9. YeRainbow Sagt:

    da fällt mir auf, Schweine zB sind noch intelligenter – und die säugen aggressionslos auch fremde Babies, obwohl ihnen klar ist, daß es so ist.
    Menschen übrigens auch.

  10. YeRainbow Sagt:

    nein, so viel Verstand haben sie nicht.

    Es hängt anders zusammen (Löwen beißen auch eigene jungen tot, sollten sie sich in Hyänen-Kacke gewälzt haben).

    Wölfe zB beißen NICHT fremde Welpen tot (obwohl, ganz so stimmts auch nicht – die Alpha-Wölfin tut es bei weiteren anderen SChwangerschaften, außer die Ernährungslage ist super…. aber nur in einer bestimmten Altersphase der Jungen).

    Wölfe haben einfach kein Konzept für “fremde Welpen”. Ein Welpe, der ein bestimmtes Alter erreicht hat, MUSS immer ein eigener sein. (ok, sind Caniden, keine Großkatzen…)

  11. Cheetah Sagt:

    @YeRainbow: Dann würden sie ja auch ihre eigenen Jungen totbeißen. Soviel ich weiß ist aber “erste Amtshandlung” bei Übernahme eines Rudels das Töten vorhandener Jungtiere. Soviel Verstand, dass sie wissen dass das nicht ihre Jungen sind wird weder benötigt noch habe ich den erwartet.

  12. YeRainbow Sagt:

    Löwen beißen alles tot, was klein genug ist und nicht nach läufiger Löwin riecht.

    so viel Verstand bei ihnen zu erwarten, daß sie “wissen”, daß das nicht ihre “Kinder” sind – das ist unsinn.

    Und kreativ-schöpferisch würde auch eine Fähigkeit zur Kognition voraussetzen… nur wer ein Minimum an Denkfähigkeit (Reflextionsfähigkeit) hat, kann schöpferisch sein.

    Evolution aber geht voran, indem alles, was nicht überlebt, (warum auch immer, es gibt ja auch blöde Zufälle…), weg ist.
    Was sich nicht fortpflanzen konnte, ist raus aus dem Spiel. Und nur die, die übrig blieben, können wir sehen.

    Kann schon sein, daß es Wesen gab, die goldene Eier legten (achtung, ist ironisch gemeint), aber wenn man die alle aufschneidet, um an die nächsten Eier vor der Lege ranzukommen, sind sie halt vor dem Erreichen der nächsten Generation ausgestorben…
    schade, eigentlich.

  13. Cheetah Sagt:

    @Georg: Gene die du weitergegeben hast sterben nicht mit dir, höchstens das Genom als solches. Wenn eine Kopie deiner Gene für dich nicht deine Gene sind dann bekommst du aber auch bei jeder Zellteilung (Definitions-)Probleme. ;)

    Die Weitergabe der Hälfte “deiner” Gene dient nicht deiner Erhaltung, soweit hast du recht, sondern der Erhaltung der (Hälfte) Gene. Sie dient aber auch nicht der Arterhaltung. Ein krasses Gegenbeispiel wären zum Beispiel Medea-Gene, die alle Nachkommen tötet die sie nicht tragen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Medea_gene
    Wobei ich keine Ahnung habe, ob die so in der Natur vorkommen (wahrscheinlich wäre es) oder vom Menschen erfunden wurden. Aber auch für andere eigennützige Gene gibt es genügend Beispiele.
    Wenn es in der Natur um Arterhaltung gehen würde, würden Löwenmännchen nicht fremden Nachwuchs totbeißen.

  14. Georg Sagt:

    @ raskalnikow
    Wie sollen meine Gene, die mit mir gestorben sind, sich in meinen Nachkommen finden? Die Gene meiner Nachkommen habe ich (zur Hälfte) “gemacht” und ihnen gegeben, was mich Substanz und Energie gekostet hat und nicht meiner Erhaltung diente.

  15. theologie-der-vernunft.de Sagt:

    @YeRainbow,

    ich habe auch nie behauptet, dass die Natur wie Gaia ein Lebewesen ist mit Zielen, gar mit Bewusstsein ist. Aber doch läuft sie im Rahemen ihrer kreativen=schöpferischen Prozesse bzw. Gesetzte ab, die m.E. einst das göttlich galten.

    Denn auch die Antike hat nicht angenommen, dass das logische Werden, das den anfänglichen Monotheismus Eschnatons begründete und sie im Logos erneut auf einen Begriff brachten, etwas mit Bewusstsein im menschlichen Sinne zu tun hat. Und doch haben damals griechische Glaubensaufklärer das verstanden, was vormals als Wort, Weisheit… verstanden wurde. Und haben dieser Vernunft eine menschliche Gestalt gegeben, damit sie die Menschen auf kultgerechte Weise gemeinsam für eine “schöpferische Verantwortung” begeistern kann.

    Genau das wird Übermorgen gefeiert. Auch wenn es im heutigen Kurz-schluss der Aufklärung angeblich nur um das Bild eines zu Gott gewordenen jungen Juden geht.

    In diesem Sinne hoffe ich weiter auf Kultur, die für eine schöpfungs-gerechte Lebensweise begeistert. Auch was eine kreative Anpassung des Menschen an die neuen Lebensbedingungen nach dem inzwischen unumgänglichen Klimawandel betrifft.

    Frohe Weihnachten
    Wenn kreative Vernunft menschliche Wirk-lichkeit wird.
    (Und nicht nur, weil dies so lt. Johannes verlesen wird, sondern weil es mit aufgeklärten Augen seit dem Sternstaub in aller Natur zu beobachten ist.)

    Gerhard

  16. YeRainbow Sagt:

    “Sich opfern” setzt eine Menge an Kognition voraus…

    Schon daher ist das äußerst unwahrscheinlich.
    Und um die Arterhaltng machen sich Einzelwesen herzlich wenig Sorgen. Das betrifft auch den Menschen.
    Wer denkt schon an die Arterhaltung beim Vögeln?

    oder wenigstens an die “aussterbenden” Deutschen? oder die Europäer?

    kicher…

  17. raskalnikow Sagt:

    Dein (einzigartiges) Genom stirbt mit dir. In jedem deiner Nachkommen finden sich aber die Hälfte deiner Gene wieder. Also leben deine Gene sehr wohl in deinen Nachkommen weiter.

  18. Georg Sagt:

    @ Cheetah
    Sicher, aber das Definitionsproblem folgt aus der Sicht der Dinge. Durch Fortpflanzung erhalte ich nicht meine Gene, die sterben mit mir. Die Gleichsetzung der Gene erfolgt duch den Beobachter, nicht in der beobachteten Sache. Die Dinge müssen wohl differenzierter gesehen und definiert werden.

  19. Cheetah Sagt:

    @Georg: Das scheint wohl eher ein Definitionsproblem zu sein. Natürlich wird auch die Art erhalten, wenn sich Familienmitglieder umeinander kümmern. In erster Linie aber erstmal die eigenen Gene. Und sich für vollkommen Fremde der eigenen Art zu opfern (Beispiel Lemminge) findet so in der Natur eben nicht statt. Das ist es aber, was gerne als “Arterhaltung” bezeichnet wird.

  20. YeRainbow Sagt:

    Ich bin ja baff.
    Ihc kann Dir mal zustimmen, Gerhard…

    Wobei, “die Natur” als Persönlichkeit, mit Bewußtsein und konkreten Zielen, gibts sicherlich eher nicht.
    Das sind alles Prozesse, die halt nach Gesetzmäßigkeiten ablaufen.

    Und wenn der große Menschenaffe es nicht packt, sich seinen Problemen wirklich zu stellen, sondern weiter gierig wie ein dußlicher Affe ist (“bezahlen sollen andere”), erwischt es ihn noch mal.

    Ich denke aber, daß ein paar Intelligentere übrigbleiben werden…
    Sicher ist es nicht, aber möglich wäre es.

  21. theologie-der-vernunft.de Sagt:

    Richtig ist sicher, dass es falsch ist, die Natur vermenschlichen zu wollen.

    Doch ob die Natur insgesamt nicht doch darauf angelegt ist, dass sich eine kreative=schöpferische Entwicklung ergibt, auch wenn dabei selbst einzelne Arten der Vielfalt wieder EINgehen, da hab ich meine Zweifel.

    Wenn also geistbegabte Affen auf der Suche nach mehr Nahrung auf der Strecke ihrer Gier bleiben, dabei dann letztlich alle hops gehen, dann machen sie es leider den Lemmingen nach. Gleichwohl ihnen der kulturelle Chor-Geist gegeben sein sollte, es besserers zu haben.

  22. Georg Sagt:

    @ raskalnikow
    Ja eben – die Art wird erhalten, etwas, was lt. Meyer nicht stattfindet.

  23. YeRainbow Sagt:

    übrigens stell ich mir den Zusammenbruch der Industrie recht folgenreich vor.
    Wer von Euch weiß denn noch, wie man sich ernährt oder Kälte übersteht, wenns nix mehr zu kaufen gibt…

    Da ist 1/3 der Bevölkerung schon mal nciht lebenstüchtig… mindestens.

  24. YeRainbow Sagt:

    Die Praxis zeigts doch ganz deutlich…
    Wo fütternde Eltern nötig (längere Entwicklungszeit des Nachwuchses – Amöben kennen keine Kindheit… aus gutem Grund, ist nicht nötig) und nicht vorhanden, Exitus des Nachwuchses.

    Es sei denn, ein Gutmensch ist zur STelle und übernimmt die Aufgabe. Welchen Vorteil hat der nun davon???

  25. iazz Sagt:

    Laut Dawkins geht es um das Weiterkommen der Gene, nicht des Individuums. Damit handelt die fütternde Mutter egoistisch, weil es ihre Gene sind die in ihren Kindern weiterleben (jetzt mal so vereinfacht dargestell).

  26. Tweets die Die Mär vom Tod der Lemminge « Brights – Die Natur des Zweifels erwähnt -- Topsy.com Sagt:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Mario Sixtus, nickpol erwähnt. nickpol sagte: Die Mär vom Tod der Lemminge http://wp.me/p36Ae-1Kr Prof. Meyer über den Klimagipfel und Lemminge #Klima #Cop15 #Evolution #Lemminge [...]

  27. tischl Sagt:

    „…Man kann nur auf etwas Kultur hoffen…“

    Dann hofft mal, die Hoffnung stirbt ja angeblich zuletzt.

  28. raskalnikow Sagt:

    @Georg
    Für das Individuum “fütternde Mutter” gibt es auch keinen Überlebensvorteil. Für die Gene der fütternden Mutter hingegen schon!
    Jene Individuen, welche ihre Jungen füttern haben mehr überlebende Nachkommen, und diese Nachkommen erhielten auch die Gene für das Füttern-Verhalten. Entsprechend fixiert sich das Verhalten in einer Population sehr schnell…

    Also ich find’s ziemlich einleuchtend, oder habe ich was falsch verstanden?

  29. Georg Sagt:

    Meyer schreibt: “In der Natur findet nichts zum „Guten der Art“ oder zur „Erhaltung der Art“ statt.”
    Wie kann aber das Füttern der Jungen durch Auslese erklärt werden? Für die fütternde Mutter sehe ich keinen Überlebensvorteil.

  30. YeRainbow Sagt:

    Konrad Lorenz hat noch so einigen anderen Unsinn verzapft. (die Beißhemmung zum Beispiel… hab damals mit hassenstein himself häufiger drüber diskutiert, und ihm schließlich angeboten, die Beißhemmung mit meinem Hund auszuprobieren…) Lorenz hatte gute Gründe für seine geschreibselten Vorstellungen… dem Rassengedanken nicht ganz abhold…

    Caniden unterscheiden sich jedoch fundamental von Menschen. Wölfe sind generell fremdenfeindlich (Futter- und Territorialkonkurrenz), Hunde sind bedingt fremdenfreundlich, und Menschen sind kooperativ.
    Ohne die Fähigkeit zur Kooperation hättten die Menschen nicht jeden Winkel der erde bevölkert.
    Vorindustriell, meine ich.

    Auf Kultur würde ich nciht unbedingt hoffen. Wissen ist die Überlebensbasis (und zwar nützliches Wissen…) – und Kooperation.


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