
Ursula Caberta
Ursula Caberta fordert Gesetz für religiösen Verbraucherschutz
Wenn durch esoterische und okkulte Praktiken die Gesundheit oder gar das Kindeswohl gefährdet sei, müsse der Staat eingreifen.
(firmenpresse) – Frau Ursula Caberta, die Sekten- und Scientology-Beauftragte des Hamburger Senats, hat ein Gesetz für „religiösen Verbraucherschutz“ gefordert.
Bei der Vorstellung ihres Buches „Isoterik“ hat die Autorin auch gesagt, dass es bei Anbietern von Esoterik-Seminaren und okkulten Praktiken mehr Auskunft geben muss -über Methode und Ziel der Arbeit- sowie über die eigene Qualifikation.
Es sei auch Sinnvoll, ein vierwöchiges Rücktrittsrecht von Kaufverträgen zu fordern. Auch müsse die Beweislast umgekehrt werden, so dass bei psychischen oder körperlichen Schäden der Anbieter künftig nachweisen müsse, dass seine esoterischen Praktiken keinen Schaden angerichtet haben.
Nach Worten des Buchautors Hartmut Zinser (Religionswissenschaftler an der Freien Universität Berlin) praktiziert etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland Esoterik wie Tarot-Karten, Pendel oder Befragung von Toten (Channelling).
Nach vorsichtiger Schätzung hat der Esoterik-Markt einen Umsatz von bundesweit etwa 17 Milliarden Euro.
Es sei auf jeden Fall sehr problematisch, wenn Edelsteine als Heilmittel gegen Zahnschmerzen oder Malaria verwendet würden und die medizinische Behandlung ersetzten. Auch verhinderten „esoterische Praktiken“, dass der Einzelne Verantwortung für sein Tun übernehme, sagt Zinser. Esoterik kenne keine Moral.
Zinser sagt auch: Er wisse von jungen Menschen, die mit Hilfe eines Pendels entschieden, ob sie sich um eine Lehrstelle bewerben oder auch nicht. Wer beim Gläserrücken angeblich erfahre, dass er bald sterbe, könne nach der Sitzung psychische Probleme bekommen. Der „Glücksstein“ der Mutter helfe nicht bei einer Mathe-Arbeit und bringe das Kind in Schwierigkeiten, wenn die Arbeit dennoch schlecht ausfällt. Auch sollte über die Trennung einer Ehe nicht der Erzengel Michael mit „Channeling“-Ratschläge aus dem Jenseits entscheiden.
Sekten- und Scientology-Beauftragte „Caberta“ erinnert, dass der Hamburger Senat Mitte der 90er Jahre ein „Lebensbewältigungshilfegesetz“ zum religiösen Verbraucherschutz auf den Weg gebracht hatte. Leider ist es im Bundestag gescheitert.






































































Dezember 12, 2009 um 4:51 pm
@hic fuit
Wenn alle Punkte abgehakt, wenn Aufklärung betrieben wurde und wenn kein Gesetz zum Schutze vor Scharlatanerie besteht, was bleibt dann noch übrig ?
. Wir wissen ja … Dummheit schützt vor Strafe nicht. Das macht nur der liebe Gott, denn mit ihm sind ja alle Du… äh …
.
“Ich habe alles gesehen, gelesen und unterschrieben … dennoch steckte ich mir die Spritze ohne Sterilisation in den Arm, um mir ‘nen Schuss zu geben. Nun habe ich AIDS, weil ich “nicht wusste”, dass jemand vor mir die Spritze auf dem Tisch schon benutzt hatte.” … das geht dann bekanntlich nicht mehr so gut
Ich würde ja liebend gerne unterschreiben, nur steht die “Religionsfreiheit” selbst noch im Weg. Entweder muss man wahrlich alle Anbieter solcher Sachen unter die Lupe nehmen und sie auf Begriffe wie “Hilft bei …” oder “Lebensberatung” abklopfen, oder man sagt von vornerein klipp und klar: “Geisteranbeterei ist verboten”. Womit wir zwar auch die gesammte Religion vom Boden weggefegt hätten, aber zumindest ich trauere dem nicht hinterher
. Allerdings sträubt sich die Gesellschaft wie auch unsere Gesetzgebung dagegen. Somit bleibt neben dem “Verbot von Glauben” nur noch die Prüfung auf besondere Hinweise übrig. Wenn ein Anbieter z.Bsp. an einer verdeckten Ermittlerin an den Handlinien ablesen möchte, ob sie ihren Job kündigen sollte, dann sollte hier die Plakette abgenommen werden. Dies ist ein langwieriger Prozess, aber ansonsten fällt mir nichts weiteres mehr ein. Wenn die Esoteriker sich einer Prüfung auf besondere Leistungen unterziehen müssen, kann man ja bekanntlich nicht deren “Fähigkeiten” messen. Die sollten diesbezüglich glasklar als “Unterhaltung”, als “Zaubershow”, etikettiert werden. Klar sichtbar für jeden Kunden.
Und wer letztenendes trotz (medialer) Aufklärung, trotz sichtbarer “Show”-Etikettierung und trotz Unterschrift unter den AGBs dennoch auf die Idee kommt, diese Show als “wahr” anzusehen, dem kann dann nun wahrlich nicht mehr geholfen werden
.
Wie gesagt … eine Messlatte “für die Kräfte” existiert nicht. Der Warentest kann nur das machen, was auch Ordnungshüter in der Stadt tun… nachgucken, ob kein Gammelfleisch verabreicht wird und die Toiletten immer schön sauber sind. Ob die alkoholischen Getränke vor Kindern abgesperrt werden und ob Zigaretten nicht doch an Kids verökert werden.
Somit ist ein Warentest in meinen Augen nicht die Lösung. Eher eine “Behörde zur Regulierung der übernatürlichen Unterhaltungsbranche”
. Doch wenn sich unsere Gesetzesgebung eher neutral allen Geistern und Göttern verhält, dann kann sie leidergottes auch nicht eine besondere Weltanschauung wie dem Naturalismus den Vorzug geben, so sehr ich mir dies auch ehrlich wünsche.
Und so bleibt meines Wissens nach die Last der Aufklärung leider weiterhin an nicht-staatliche Organisationen hängen. In meinen Augen natürlich ein gutes Stück unfair, dürfen Geisteranbeter gerne staatsbesoldet in Schulen rein und dort ihre Geister und Götter promoten… wir hingegen müssen unentgeltlich Zeit und Mühe aufbringen, diese Kids aufzuklären.
Aber ich vermute, das trotz der Aufklärung und trotz eines möglichen Hinweisschildes über die Showeinlage, weiterhin eine kleine Frau der Rumpendelei glaubt und gar aus Depression von ‘ner Brücke springt. Sowas kann man leider niemals ausschließen, und die “Schuld” bei der Esoterik-Session suchen zu wollen, kann man hier leider auch gleich abhaken. Diese Probleme werden uns auch in Zukunft noch oft genug begegnen, selbst wenn wir durch einen Test alle “Ich verspreche Dir das Paradies auf Erden”-Geisterkontaktierer aussieben würden.
Dezember 9, 2009 um 11:44 pm
@Max Headroom, du schreibst:
.”
“Wenn die Person trotz Aufklärung, bereitgestellten Telefonnummern und letztenendes eigener Unterschrift sich in den Ruin getrieben hat, dann kann man tatsächlich von bewusst eingegangener Dummheit sprechen
Das ist die Stelle, an der es richtig schwierig wird. Ist eine 17-jährige, die sich mit AIDS ansteckt, einfach zu dumm? Ist jemand, der sich an der Haustür was andrehen lässt, zu dumm?
Wirklich, der Staat kann und soll nicht jedes Lebensrisiko übernehmen, doch er tut es bereits jetzt recht oft. Esoterik kann ein brutaler, nicht wiedergutzumachender Eingriff in das Leben Betroffener sein. Und ihrer Familien. Für mich ist die Sache klar, dass der Staat selbst hier tätig werden muss, er darf nicht seine privaten, doch steuerfinanzierten Reservejesusse vorschicken.
Und “Und somit ist eine Messlatte, ein „Warentest“ diesbezüglich auch nicht möglich” – rennst Du weinbefeuert gern offene Türen ein? Hat tischl auch gesagt, sage ich auch. Kann man auch schön drüber witzeln, mit Gott, FSM und so.
Das Drumherum und die Auswirkungen von Esoterik und Religion sind messbar. Wenn Du sagst, macht doch keinen Unterschied, die Leute sind eh alle verdorben, brauchen wir über Verbraucherschutz nicht mehr zu reden. Ich behaupte, wir brauchen nur Skalen zu finden – und können das auch mit ein wenig Mühe – die tageslichttaugliche Restreligion von zerstörerischer Esoterik unterscheidet.
Wahrscheinlich tut es Dir und tischl leid, dass dann Religionen zu gut wegkommen. Mir auch, aber: first things first.
Dezember 8, 2009 um 8:35 pm
@hic fuit
Stimmt natürlich. Das Argument ist kein Grund. Aber wer engagiert sich deshalb nicht gegen Esoterik ?
. Natürlich soll kein Gott und kein Brama einen hindern, bei Klangschalenverkäufern oder Granderwasserpredigern an Verkaufsständen einfach mal stehenzubleiben und Aufklärung zu betreiben. Mehr als Wissen vermitteln können wir ja nicht tun. Deshalb sind Seiten wie EsoWatch sehr wichtig, denn …
… man könnte ja “Beratungsstellen” einrichten, bei denen man aufgeklärt wird.
Gerade in den Nachrichten mitbekommen: Man möchte Antiviren-Beratungsstellen einrichten, bei denen jeder PC-Benutzer sich beraten kann und denen man bei Problemen schnell helfen kann.
Wir sprechen hier von “digitalen” Problemen. Ein Stück Silizium, was durch Sicherheitslücken im Betriebssystem missbraucht werden kann. Dies bekommt eine Beratungsstelle, da Antiviren und Firewalls anscheinend “zu komplex” oder nicht hilfreich eingerichtet werden können.
Wir könnten doch sowas auch für Geisterkräfte einrichten
. Wenn Jemand gerne wissen möchte, ob Götter und Feen um uns schwirren, so kann man dort einfach helfen und beraten: es existieren keine übernatürliche Zauberkräfte. Punkt. Sowas könnte zwar als Endlosschleife vom Band laufen, aber mit ein paar nette Stimmen am Telefon kann man besser diskutieren
.
. Da der Staat allerdings eine Religionsfreiheit aussagt, und man diesbezüglich verständlicherweise keiner noch so aufklärerischen Weltanschauung den Vorzug gibt bzw. geben sollte, bleiben für solche Projekte leider wieder nur Privatpersonen oder kleine Organisationen übrig, die natürlich gegen das staatlich-geförderte Bollwerk “Kirche” in den Augen der Normalbürger ziemlich mikrig zwischen “Sekte” und “Spinner” positioniert werden
.
Leider werden Otto Normalverbraucher und Frau Mustermann alleine im Eosterik-Regen gelassen. Wenn die Händefalter oder Globuliverteiler mit ihrer Pseudowissenschaft loslegen, werden die “Kunden” direkt mit Scheinargumenten zu Boden geworfen. Da lügt man sich was von Quantenfeldern, Protonenkräften und zusätzliche Engelsdimensionen aus dem Hut, das sich selbst die dicksten Balken des Konstruktes verbiegen. Doch wo kann man klare Informationen diesbezüglich erfahren ? Entweder auf gut (versteckten;) ) Seiten, irgendwo in Sekten/Kirchen (womit man das Pferd nur von der anderen Seite zäumt) oder in irgendwelchen Frauenzeitschriften, die vorne mit Yogabilder locken, aber im Innerem wieder mit den Energiefeldern werben. Da wird es wohl Zeit für einen telefonische Beratungsdienst mit der Kurzwahl 123
Ich kann nur weiterhin im Alltag laut und provokant diesen Zauberkräften entgegentreten. Und ich bin mir sicher, das viele andere dasselbe machen und bei vermeintlichen energiespendenden Edelsteine lieber einen Bogen machen und sich beim Schmuckhändler des Vertrauens einen echten handwerklichen Schmuck gönnen
.
Kein Problem. Einfach mal Gott rufen und ihn alles erklären lassen. Notfalls aus religiösen Gründen kann man “Gott” ganz nach belieben durch “Nudelmonster”, “sprechendes Einhorn” oder “Teekanne” ersetzen. Wenn dieses übernatürliche Wesen klar und deutlich die Grenzen aufzeigt, kann man sich daran richten. Solange dies nicht möglich ist, werde zumindest ich ganz einfach beides als Hirngespinnste ansehen
. Esoterik verlangt Geld für die Annahme, irgendwelche magische Rituale würden die Naturgesetze ausser Kraft setzen. Andere Sekten/Kirchen/Geistervereine finanzieren sich aus Spenden, Klingelbeutel oder anderen Zuschüssen und bieten solchen übernatürlichen “Beratungsservice” eben ohne gestaffelte Preislisten an. Überprüfen kann man gar keins der beiden. Und somit ist eine Messlatte, ein “Warentest” diesbezüglich auch nicht möglich. Es sei denn, man eines Tages die Wirkung eines Elektron des Wirkstoffes auf einem Zuckerkügelchen klar nachweisen. Ich bezweifle dies
. Es ist einfach zu schön, wenn eine staatliche Beratungsstelle nach Muster der “Antiviren-Koalition” eingerichtet werden würde. Ein paar “Ungläubige”, die staatlich finanziert die runden 80 Millionen Einwohner des Landes vor WhooWhoo-Händeleser und Dimensionenzauberer schützen. Als kostengünstigere Alternative schlage ich neben Aufklärungskampagnen noch eine gesetzlich vorgeschriebene Aufklärung vor der “Beratung”, das der “Service” eindeutig keine naturwissenschaftliche Basis besitzt und dieser Service nur als Unterhaltung angesehen werden darf, solange man keine belegbare Forschung vorzuweisen ist. Kann man wie bei den Verträgen mit einer Unterschrift bekräftigen. Wenn die Person trotz Aufklärung, bereitgestellten Telefonnummern und letztenendes eigener Unterschrift sich in den Ruin getrieben hat, dann kann man tatsächlich von bewusst eingegangener Dummheit sprechen
.
Ich entschuldige mich schon im Vorraus für nicht ganz logische Schlüsse und grammatische Druckfehler. Ich bin z.Zt. durch weinachtsmarktbedingten Getränkeüberfüllung möglicherweise nicht so ganz bei Sinnen
.
Dezember 8, 2009 um 1:48 pm
Übrigens, hab mir grad ein Fachbuch über Spiritualität gekauft.
Da stht schon im Vorwort, man habe auch Evengele versucht mit zu Wort kommen zu lassen, damit die Spiritualität nicht ganz so katholisch-lastig ist…
Pruuuust….
Ja, liebe Leute, merkts Euch. Spiritualität ist nur was für Christen. Für Leute wie uns gibts das nciht.
Leider muß ich es lesen, um zu verstehen, was DIE unter Spiritualität verstehen (und ich ahne schon, daß es nicht das ist, was ich drunter verstehen…)
Dezember 8, 2009 um 8:13 am
@tischl und Max: Ihr habt ja Recht. Aber wie lange noch sollen Seiten wie http://www.esowatch.com (und ungezählte mehr) Aufgaben wahrnehmen, die doch staatliche Aufgaben sind? Das Argument, Religion sei ja auch schlimm, oder noch schlimmer, kann doch kein Grund sein, sich nicht gegen Esoterik zu engagieren!
Dass sich Verbraucherschutz nicht an spirituellen Angeboten orientieren kann, hat tischl ja bereits ausgeführt.
Gibt es irgendwelche konstruktiven Vorschläge, die Gemeinschaft mit einzubinden? Frau Caberta hat zumindest eine Vorstellung davon. Wenn man es ernst meint mit dem Verbraucherschutz an dieser Stelle, kann man bestimmt zügig ein paar Kriterien entwickeln, nach denen man ruinöse Esoterik von kirchensteuererhebender Spiritualität unterscheiden kann.
@esofee: Gutes Beispiel! Herr Haase ist Trittbrettfahrer und ein Gewinnler der Tatsache, dass es eben keinen staatlich organisierten Esoterikschutz gibt.
Dezember 8, 2009 um 7:46 am
ja, die katholische Kirche hat seinerzeit genau gewußt, warum sie Konkurrenz sofort im Keim erstickt und warum sie das Monopol auf die Auslegung behält…
Dezember 7, 2009 um 11:39 pm
@esofee:
„…Herr Haase ist einer meiner ganz besonderen Lieblinge. Ein Hardcore-Evangelikaler…“
Der ist mir auch aufgefallen. Fromme, die vor der Esoterik warnen fand ich schon immer komisch. Das ist vergleichbar mit einem Heroinabhängigen, der vor dem Rauchen warnt und stattdessen großzügig eine Spritze anbietet
Dezember 7, 2009 um 10:26 pm
@tischl und Max – Ihr habt ja Recht. Allerdings vermisse ich konstruktive Vorschläge, oder wollt ihr, dass bei Esowatch ( http://www.esowatch.de ) und an vielen anderen engagierten Stellen auf ewig die Arbeit gemacht wird, die eigentlich staatliche Aufgabe ist?
Oder sollen wir erst in einem winzigen Schritt Deutschland säkular und laizistisch machen ( https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7714 ), vielleicht mal eben nebenbei El Schwalmo zum Atheisten küren ( http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/12/der-agnostische-fehlschluss-oder-warum-richard-dawkins-irrt.php#comment73161 ), und erst danach die Esoterik staatlicherseits bekämpfen?
@esofee – Dein Hinweis auf Herrn Haase ist gut, er ist ein Gewinnler der Tatsache, dass es keinen gemeinschaftlich organisierten Verbraucherschutz in Sachen Esoterik gibt.
Ich halte es für zu kurz gegriffen, mit dem Finger auf die etablierten Religionen zu zeigen, wenn das Wort Esoterik fällt.
Lebendige Irrlehren fordern prozentual mehr und schlimmere Opfer als unsere absterbenden kirchensteuerprofitierenden Institutionen, und vielleicht sogar in absoluten Zahlen, behaupte ich. Das sollte Grund genug sein, sich mit Verbraucherschutz allein in Sachen Esoterik zu befassen. Man kann übrigens die Esoterik am ganzen Umfeld des “spirituellen Angebots” recht gut erkennen; das spirituelle Angebot selbst kann, wie tischl gezeigt hat, nicht sinnvoll Thema des Verbraucherschutzes sein.
Vielleicht so? Religion ist die Infektion, Esoterik die Herzmuskelentzündung.
Dezember 7, 2009 um 5:16 pm
@tischl
Eigentlich gehört eine Schutzmöglichkeit, oder zumindest eine Filtermöglichkeit vor “unliebsame” Anbieter in diesem Geisterhandel. Sich Zaubersteine zu besorgen, Klangschalen auf den Kopf zu setzen oder per rotem Telefon den Erzengel oder seine Helfershelfer zu kontaktieren, ist heute kein Problem mehr. Solche Geschichtenerzähler sprudeln in den Städten nur so hervor, wenn man sich die Kleinanzeigen durchsieht.
@Topic
.
Das Problem ist eben, dass bei einem “Defekt der Ware”, bei Unzufriedenheit, gar keine Einflußnahme existiert. Wie schon erwähnt, existiert keine “Stiftung Warentest” für Klangschalen und überhaupt gar keine Möglichkeit eines Nachweises irgendeiner Übernatürlichkeit … nirgends auf diesem Planeten. Vermutlich wird das Geld von James Randis Challenge eher zu Staub zerfallen, als das einmal ‘ne Klangschale den Anrufbeantworter vom Erzengel Gabriel erreicht
Da die Ware der “Channellisten” nur sehr seltenst (so gut wie niemals) als “Unterhaltung” gekennzeichnet wird, tappst man nur allzugerne in die Falle und “glaubt” an eine Wirkung des Erkauften. Wärend “Zauberer” sich offen und ehrlich als “Illusionisten” bezeichnen, finden sich bei “Channelisten” und anderen WhooWhoo-Showtalenten keinen Hinweis auf eine Show, auf eine “Illusion”. Dies ist meiner Meinung nach eine bewusste Täuschung des Kunden. Mangelnde Aufklärung, wie ein fehlendes “Die hier abgedruckten Horoskope dienen einzig der Unterhaltung”, kann anscheinend “ungetestet” bestehen bleiben.
Da gibt’s noch viel Arbeit zu tun.
Uiii. Das wird lustig
. Viele “Hellseher” werden heulend protestieren, können sie das bekannte “Sie werden einen Mann finde” kaum noch vernünftig der Frau nahe bringen. Sie könnte ja mit “Das ist mir ja klar !” antworten und das Geld zurückverlangen
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Nachweisen ? Wie soll dies geschehen ? Der Eso-Hexenmeister kann sich ja mit einem “der hatte es ja früher schon!” rauswinden. Oder wie möchte man “nachweisen”, dass die Migräne die man besitzt und laut Engelskontakt ja “baldig” verschwinden sollte, nun eher verstärkt wurde ? Hat der Engel härter zugeschlagen ? Der Hexenmeister hat ja nicht die Absetzung der Medikamente gefordert und weder er noch der Engel wird wohl vor Gericht einen Nachweis einer falschen Information erbringen können.
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Hier ist ein riesiger Aufkleber “Was Sie hören ist nur das, was man Ihnen hören lassen will. Alles nur Show !” auf der Stirn des Voodoo-Praktikers schon besser
Mir schiesst immer wieder diese üble Fall von diesem Scheinarzt in dem Kopf, der vor einigen Jahren eine Familie mit einem Kind (Mädchen?), welches an der Seite einen richtig großen Tumor hatte, durch den Kopf. Der Arzt wollte ständig der Familie weismachen, dass seine “Behandlung” dem Kind nütze, wärend die Familie irgendwohin (Schweiz ? Panama ?) floh und die Zuschauer mitbekamen, dass der Tumor schon gigantische Ausmaße angenommen hatte. Wie gerne hätte ich da den Kerl für Lebenslänglich und mehr hinter Gitter gesperrt, alleine für die Behauptung !
Wenn eine Person halbnakt auf dem Bauch liegt und warmes Palmöl die Arschritze runterfließt, wärend im Hintergrund sanfte Musik erklingt, dann wird der Pulsschlag niedriger, der Mensch entspannt sich und das ganze wird als “wirksam” bzw. gar als “heilend” angesehen. Kein Wunder, bei einer stressigen Woche, kann so eine Behandlung wahrlich Energie auftanken. Aber es ist keine Alien- und keine Engelsenergie, sondern simple Entspannung.
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Wer sowas mit WhooWhoo-Geister mischt, eine wunderbare Himmelsgeister-Geschichte dazuspinnt und es als “Channeling mit direktem Körperkontakt” verkaufen möchte, der soll dies tun … wenn der Zusatz gut lesbar angebracht wird, dass es sich hier um eine reine Show handelt und die “Einzelpakete” aufgelistet werden. Randis Million wird aber eher reif für den Staubsauger sein, als das dies geschehe
Nein. Nicht “problematisch” … es ist gelogen ! Eine bewusste Falschaussage ! Sowas gehört verboten … V-E-R-B-O-T-E-N ! Ein Backstein auf dem Krebsgeschwür kann kein Operationsbesteck ersetzen ! Soviel Rückgrad sollte schon vorhanden sein, das man dies erkennt und eine bewusste Irreführung auch rigoros bestraft !
Diesen Satz bitte in einen vergoldeten Rahmen setze und über viele Türen und Messen hängen !
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Der Mensch glaubt gerne. Die Mühe einer Überprüfung möchte er gerne aus dem Weg gehen. Und so werden sich weiterhin viele Zweifüßler lieber einen funkelnden Stein an die Backe kleben, als das sie das für sie unangenehme Problem selbst anpacken und es lösen. Und Steinekleben verlangt kein Studium, sondern nur viele viele kleine Steinchen, eine hübsche Geschichte und gehörig Klebstoff. Günstiger und simpler kommt man nicht an das Geld anderer Leute ran
Dezember 7, 2009 um 2:23 pm
gilt Cabertas Vorschlag auch für Anbieter wie diese: http://www.asa.org.uk/asa/adjudications/Public/TF_ADJ_46831.htm ?
Dezember 7, 2009 um 12:06 pm
Esos neigen eh nur zu Konvertierung denn zu echtem Begreifen…
Dezember 7, 2009 um 10:14 am
Liest man den Text zu Ende, stößt man auf folgendes:
“Geht man auf die Homepage von Eckard Haase, kann man Geschichten von Menschen lesen, die Esoteriker waren und ausgestiegen sind. Es war erschreckend diese Geschichten zu lesen und ich fand, dass es angebracht ist, darüber einmal eine Pressemeldung zu machen.”
Herr Haase ist einer meiner ganz besonderen
Lieblinge. Ein Hardcore-Evangelikaler, der sich an erster Stelle für einen Ausstieg aus der Esoterik engagiert. Er war auch bei Prochrist vertreten. Unter dem Deckmantel der Aufklärung über Esoterik verbirgt sich eine knallharte evangelikale Mission. Abartiger geht es gar nicht.
Man lese und staune: http://www.xn--lichtarbeit-verfhrung-oic.de/teufel.html
Dezember 7, 2009 um 10:11 am
Britannien hatte bis vor kurzem den “Fraudulent Mediums Act” von 1951: http://www.statutelaw.gov.uk/content.aspx?activeTextDocId=1100678 … ist nun durch eine EU=Regelung ersetzt worden
Dezember 7, 2009 um 9:04 am
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von nickpol, nickpol erwähnt. nickpol sagte: Esoterik kennt keine Moral http://wp.me/p36Ae-1IQ #Esoteril #Channelling #Edelsteine #Parawissenchaften #Religion [...]
Dezember 7, 2009 um 8:55 am
„…17.11.09 | Evangelischer Pressedienst (epd) | Spiritualität
Caberta fordert Gesetz für “religiösen Verbraucherschutz”
Hamburger Sektenbeauftragte warnt vor unseriösen Anbietern…“
Ehrlicherweise müsste es „Religionenschutzgesetz“ heißen. Ziel ist es, die etablierten Religionen vor der unliebsamen Konkurrenz aus dem esoterischen Lager zu schützen. Nach welchen Kriterien soll denn bitteschön der „religiöse Verbraucherschutz“ ein seriöses religiöses Angebot von einem unseriösen unterscheiden? Soll die Stiftung Warentest die einzelnen spirituellen Anbieter mit ihren Glaubensinhalten bzw. Gottheiten mal durchtesten?