
Quelle: snf.ch
Prof. Axel Meyer, D.,Ph., Evolutionsbiologe und Zoologe Universität Konstanz
Am Montag beging man den 20. Jahrestag des Mauerfalls. Das
wunderbar friedfertige Ende des SED-Regimes sollte gebührend gefeiert werden. Endlich keine Stasi mehr, endlich Freiheit des Denkens und Pluralismus für alle Deutschen! Ich selbst habe zum Feiern keine Zeit, denn ich arbeite gegen eine Einsendefrist für einen Antrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zu den Bewertungskriterien gehört nicht nur die Exzellenz der wissenschaftlichen Ideen, sondern auch die Exzellenz der Ideen zur Nachwuchsförderung und Gleichstellung. Meine Einstellung ist klar: Die besten Nachwuchswissenschaftler sollten die besten Forschungsmöglichkeiten erhalten, egal, welche Farbe ihre Haut oder ihr Pass hat oder ob sie ein oder zwei X-Chromosomen haben.
Ein Mangel an Frauen ist in den meisten wissenschaftlichen Disziplinen längst kein Problem mehr. Es gibt mehr Frauen als Männer unter den Studenten und Doktoranden und allmählich auch unter den Postdocs und Assistenten. Ja, es gibt immer noch weniger Professorinnen, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dies geändert haben wird. Dazu braucht man keine Programme mehr. Dem vermeintlichen Problem muss kein Geld mehr hinterhergeworfen werden.
Fragen Sie jede Studentin in den Naturwissenschaften – ihnen ist espeinlich, dass es Stipendien und Programmenur für Frauen gibt. Keinefühlt sich diskriminiert. Keine selbstbewusste Forscherin will eine Quotenfrau sein. Aber sie wären dumm, die niedrig hängenden Früchte nich teinzusammeln.
Die Situation hat sich dramatisch umgekehrt. Ein Kollege erzählte mir, dass in der Psychologie wegen des Numerus clausus von 1,2 fast nur noch Frauen zum Studium zugelassen werden. Die haben bekanntlich bessere Abi-Noten. Von knapp 100 Anfängern seien rund 75 Frauen. Unter den Bewerbern waren in etwa genauso viele Männer wie Frauen.
Brauchen wir also ein Programm für mehr männliche Studenten? Nein. Die Zeit der Gleichstellungs-Ideologie sollte schleunigst das Schicksal des Dodos ereilen. Dieses Denken ist so yesterday wie die Mauer.






































































Dezember 5, 2009 um 4:37 pm
lieber Herr Professor, hier ein interessanter Artikel zur Realität.
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/koeniginnen-ohne-land/
am Rande möchte ich noch einen anderen Fall erwähnen: ddr-typisch nicht zum Abi zugelassen (an der leistung lag es keinesfalls, wohl aber am nicht ausreichend sozialistischen Elternahus), Abi später nachgeholt und Kinder gekriegt, dann studiert. Mit über 40 abgeschlossen.
Ohne Aussicht auf eine Doktorandenstelle.
November 18, 2009 um 3:03 pm
Ohne gleiche Chancen klappt das halt nicht.
Das Jungs-in-der-Schule-Problem ist ein anderes als von den Massenmedien so dargestellt (ich habe nur männlcihe Kinder, und ich gebe zu, mit einigen problemen in der SChule).
Unsere SChulen taugen heutzutage einfach nix. auch unsere Pädagogen taugen nicht allzuviel (da beißt sich die Katze in den Schwanz….), die wissen oftmals weder ausreichend über ihr Fachgebiet bescheid noch über Didaktik noch über die Kunst der Menschenführung…
Es ist wirklich grauslich.
Logischerweise kommt in der SChule eine Sorte Mensch am besten durch, die sich am besten unterordnen und anpassen und nichts in Frage stellen…
Das ist leider so. Und das sind häufig Mädchen (denn ein Junge, der sich so verhält, wird fertig gemacht… auch nur allzuoft – aber nicht nur von den lehrern).
Dann sind Jungs auch oft verzogen (ihnen wurde die Macht verheißen… ). ist übrigens KEINE biologische Sache, sondern rein kulturell.
Fassen wir also zusammen:
1. Das SChulsystem taugt nichts (und fördert beileibe nicht die Intelligentesten)
2. Kinder meist männlichen Geschlechts (überwiegend, aber nicht nur) sind für die Schule sowieso schlecht vorbereitet
3. Lehrer beherschen ihr Handwerk nicht.
Fleiß ist an sich gar nicht schlecht, aber bei schlechtem Schulsystem/schlechtem Lehrplan taugt der nichts. Sowieso ein Totschlagargument.
Ich war übrigens nie fleißig (obwohl weiblich), im Gegenteil. Ich bin nch immer ne echt faule Socke (weshalb meine Söhne wenigstens haushaltsmäßig was gelernt haben, immerhin was). Und ich habe ohne Abi (DDR-10-Klassen, schon länger her) ein universitäres Diplom im höheren Alter geschafft. leicht wars nicht (mir liegt das Auswendiglernen nicht so, und ich mach mich immer unbeliebt mit “blöden” Fragen).
Ich denke aber nicht, daß das am Geschlecht liegt. Wird mir nur weitaus weniger als jemandem vom anderen Geschlecht verziehen (mach mir da nix draus…).
Das Problem sind nach wie vor machtstrukturen.
Übrigens ist die Diskriminierung auch auf anderer Ebene zu erkennen. Eine Doktorandenstelle in meinem Alter ist schlicht unerreichbar. Und Berufungen zur Professur gibts auch nur bis zu einem bestimmten Alter, wer bis dahin nicht Prof ist, chancenlos…
so viel zur Chancengleichheit.
November 18, 2009 um 11:46 am
“affirmative action”…
Ich denke positive Diskriminierung darf nur ein letztes und vorübergehendes Mittel sein, um massive strukturelle Probleme zu überbrücken, die erst eine derartige “Diskriminierung” ermöglichen. Doch dann muss eben auch an den Strukturen geschraubt werden, damit man solche Programme möglichst schnell wieder beenden kann.
In diesem Fall gebe ich dem Autor recht: hier hat es sich doch in den letzten Jahrzehnten massiv gewandelt – Jungs sind schon in der Schule viel schlechter als Mädels. Interessanterweise wird dann oft gesagt, dass Jungs nunmal selber schuld seien, sie wären weniger fleißig, unangepasster, etc – während man früher bei umgekehrter Datenlage von einer Diskriminierung von Mädchen gesprochen hat.
Diese Logik ist keine, und geradezu pervers. Gleiche Chancen für alle kann es nur ohne Quoten geben!
November 16, 2009 um 8:14 am
Ich habe erlebt, wie in FR ein neuer Prof bei den Psychologen gesucht wurde. Eine Frau (übrigens fachlich sehr gut), gutaussehend, wurde abgelehnt. Nachdem man sie 2 Semester lang recht billige “Vertretung” hat machen lassen.
Statt dessen nahm man einen mann (über den ich nix sagen kann, kenn ihn nicht weiter). Sie wäre die 2. professorin dort am Institut gewesen. Fast überflüssig zu sagen, daß Frau Professor sich vehement gegen die neue Konkurrentin (oder beinahe-Konkurrenz, da nicht dasselbe Fachgebiet) gestellt hatte…
Was war der Fehler der neuen? Nun, es wird gemunkelt, daß sie nicht nur intelligent und brilliant, sondern auch noch ZU GUTAUSSEHEND war…
Die enigen männlichen Psychologie-Studenten müssen so irre gut sein, daß sie ihre weibliche Konkurrenz so locker-leicht überflügeln… Mann sieht, gute Noten sind im grunde…. nix.
Zumindest so lange die Entscheidungen recht subjektiv ablaufen und ohne auch nur irgendeine Art Kontrollmechanismus ablaufen.
Bis es halbe/halbe ProfessorINNEN gibt, wird noch viel Wasser die Fensterscheiben ablaufen…
Ich fag mich ja immer, was interessiert es eigentlich überhaupt, ob Professor oder Professorin? Oder sind da versteckte sexuelle Angebote inclusive?
Ich hatte ja ganz naiv immer gedächt, das wäre völlig schnuppe, es sei denn, man HAT sexuelle Interessen dabei.
Wie man sieht, ich irrte sehr.
November 14, 2009 um 9:08 am
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