Kapitalismus: eine Liebesgeschichte

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Quelle: mikeely.files.wordpress.com/

Das Evangelium nach Michael Moore

Freitag.de

Die rechten Kritiker des umstrittenen Filmemachers Michael Moore haben viele Namen für ihn: Sozialist, Heuchler, vaterlandsloser Geselle – selbst unfreundliche Bemerkungen über sein Gewicht lassen sie nicht aus. Mit seinem neuen antikapitalistischen Film, der diese Woche auch in den bundesdeutschen Kinos anläuft, spielt Moore einen unerwarteten Trumpf gegen seine lautstarken Gegner aus: den christlichen Glauben. Moore ist praktizierender Katholik und hat die Religion ins Zentrum seines neuen Films Kapitalismus – eine Liebesgeschichte gestellt. Neben den politischen Argumenten (soziale Ungleichheit, Korruption an der Wall Street, das Versagen George W. Bushs) argumentiert Moore auch mit der grundsätzlichen Unvereinbarkeit von Kapitalismus und Christentum.

In dem Film interviewt er mehrere katholische Priester und lässt diese erklären, warum die freie Marktwirtschaft mit ihrer Betonung von Habgier und egoistischem Handeln gegen die Glaubensgrundsätze der Bibel verstoße. Einer der Priester, Dick Preston, sagt Moore: „Der Kapitalismus ist böse, unmoralisch und widerspricht den Lehren Jesu Christi.“ Moore spricht auch über seine eigene katholische Erziehung und ergänzt dies durch eine Parodie, in der Szenen aus einer Verfilmung des Leben Jesu in Komik erzeugender Unangemessenheit mit Slogans des freien Marktes zusammengestellt werden.

Dies hat offenbar viele rechte Amerikaner auf die Palme gebracht, die sich daran gewöhnt haben, Moore als Flagschiff des linken Säkularismus zu beschimpfen. Vor kurzem wurde Moore auf dem rechten Privatsender Fox News von Talkmaster Sean Hannity interviewt.

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3 Antworten zu „Kapitalismus: eine Liebesgeschichte“

  1. yerainbow Sagt:

    anregung zum Denken ist immer gut, selbst wenn man nicht ganz genau mit jemandem übereinstimmt…

  2. tischl Sagt:

    Der Säulenheilige der Systemkritiker kommt auch in der taz nicht so gut weg. Eine lesenswerte Besprechung seines letzten Films von Sven von Reden.

    „…Was aber tun? So wenig ernsthaft das Moore/Lenin-Plakat gemeint ist, es ist in einer Hinsicht ehrlicher als der Film: Hier wird offen die Systemfrage gestellt. Moores achter Kinofilm mag den überdrehten Kapitalismus noch so leidenschaftlich an den Pranger stellen, er ziert sich, die Utopie, die er entwirft, beim Namen zu nennen…“

    „…Für eine gute Pointe würde er jederzeit seine Glaubwürdigkeit verkaufen – oder jegliche dokumentarische Ethik fahren lassen…“
    http://www.taz.de/1/leben/film/artikel/1/fuer-eine-handvoll-pointen/

  3. brightsblog (brightsblog) 's status on Thursday, 12-Nov-09 07:01:57 UTC - Identi.ca Sagt:

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