Klick-Vandalismus bei Amazon

Darwin_Jahr.de

Screenshot Brightsblog

Von Thomas Waschke

Worum geht es eigentlich?

Bei Amazon wird versucht, eine Community zu etablieren. Dort kann jedermann Rezensionen einstellen, die zudem noch von jedem, der sich bei Amazon angemeldet hat, kommentiert werden können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, durch einen Mausklick Rezensionen als hilfreich oder nicht einzustufen. Es ist auch möglich, Rezensionen als unzumutbar einzuschätzen, was dazu führen kann, dass die Betreiber der Seite diese Rezensionen entfernen. Die Anzeige der Rezensionen kann ein Benutzer so einstellen, dass die Rezensionen, die aufgrund der erfolgten Mausklicks als am hilfreichsten eingeschätzt wurden, ganz oben stehen. Aus diesem Grund ist es nicht uninteressant, dafür zu sorgen, dass die Rezensionen, die man als für seine Position als nützlich betrachtet, möglichst weit oben stehen. Zusätzlich kann man noch versuchen, Rezensionen, die man nicht gerne sehen würde, entfernen zu lassen. Man braucht nur wenig Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass interessierte Kreise diese Möglichkeiten nutzen. Für eine Kaufentscheidung spielt sicher eine gewisse Rolle, wie ein Buch bei Amazon rezensiert wird.

Was ist passiert?

Ganz kurz die Fakten: Vor einiger Zeit fand man auf der Darwin-Jahr-Seite (22.09.09) und der Seite der AG Evolutionsbiologen (25.09.09) einen Artikel, in dem dazu aufgerufen wurde, dem vorgeblichen Treiben von ideologischen Evolutionsgegnern, vor allem Kreationisten, Paroli zu bieten. In diesem Artikel wurde auch ausführlich erklärt, wie man bei Amazon vorgehen kann, um möglichst viel Wirkung für die eigene Sache zu erzielen.

Die Reaktion der Evolutionsgegner ließ nicht lange auf sich warten. Michael Burger machte sich die Mühe, in einem Beitrag mit dem Titel „Wie man die Verkaufszahl seiner Bücher steigert“ am 29.09.09 auf diesen Aufruf einzugehen und für diesen Beitrag relativ ausführlich zu recherchieren.

Es dauerte dann einige Wochen, bis eine Reaktion auf diesen Artikel erfolgte. Am 06.11.09 erschien die Replik „Wir dürfen nicht mitspielen“.

Wie ist diese Aktion zu bewerten?

Vom moralischen Standpunkt aus betrachtet spricht wenig dagegen, ein System für seine Zwecke zu verwenden. Wenn die gegnerische Seite sich dieses Mittels bedient, könnte es sogar erforderlich sein, dagegen mit gleichen Mitteln anzugehen. In diesem Fall besteht dann aber das Problem, dass man sich nicht mehr moralisch über den Kontrahenten erheben kann. Man könnte alternativ versuchen, direkt Amazon zu kontaktieren. Am effektivsten wäre es meiner Meinung nach gewesen, auf die Vorgehensweise der weltanschaulichen Gegner bei Amazon aufmerksam zu machen, ohne dazu aufzurufen, dasselbe zu tun. So gesehen fällt die in der Version auf der Seite der AG Evolutionsbiologie eingefügte Titelzeile „Vandalisierung bei Amazon“ auf die Autoren zurück, die zu eben dieser Vandalisierung aufrufen.

Ein eher strategischer Gesichtspunkt spricht zudem gegen diese Aktion. Allein Wort und Wissen, die wohl bedeutendste kreationistische Organisation, die in der Diskussion immer wieder erwähnt wird, verfügt vermutlich über weit mehr als 1000 Sympathisanten. Die Anzahl von Evolutionsgegnern, die in der Form organisiert sind, dass es beispielsweise Rundschreiben gibt, in denen Mitglieder zu Aktionen aufgefordert werden, dürfte ein Mehrfaches betragen. Wenn die Evolutionsgegner wirklich bei Amazon mobil machen würden, würden wir nicht von ein paar Dutzend Mausklicks, wie das zurzeit maximal der Fall ist, sprechen, sondern von mindestens Hunderten. Es macht daher wenig Sinn, eine derartige Aktion öffentlich anzukündigen, wenn der Gegner zahlenmäßig überlegen ist. Indirekt ist das natürlich auch ein Argument zumindest dagegen, dass organisierte Kreationisten hinter der geschilderten Aktion stehen.

Meine Einwände richten sich daher weniger gegen die Tatsache, dass versucht wurde, Einfluss auf das Rezensionssystem von Amazon zu nehmen, sondern wie das begründet wurde.
Schon im ersten Artikel fällt auf, dass undifferenziert von ‘Kreationisten’ geredet wird, obwohl es eigentlich ganz andere Gruppen waren, die bei Amazon begonnen haben, Arbeiten einiger Vertreter des Darwin-Jahr-Komitees abzuwerten. Der Autor des Artikels stellt den Sachverhalt so dar, als würden Kreationisten vor allem deutsche Autoren, „die den Mut haben, die Theorien Darwins und der neuen Evolutionsbiologie ernst zu nehmen und für ein breites Publikum ansprechend und lesbar darzustellen“ angreifen.

Selbstverständlich haben Kreationisten mit diesem Vorgehen ein Problem. Aber im konkreten Fall gingen die Angriffe eben nicht von Kreationisten, sondern von Anhängern Joachim Bauers aus. Bauer hat ein Buch mit dem Titel „Das kooperative Gen. Abschied vom Darwinismus“ verfasst, das von Mitgliedern des Darwin-Jahr-Komitees äußerst vernichtend rezensiert wurde. Es ist deshalb durchaus verständlich, dass sich diese Gruppe nun an Büchern der Rezensenten oder Mitgliedern der Organisation zu rächen versucht.

Äußerst problematisch ist, dass nun versucht wird, Bauer und dessen Anhänger in das Lager der Kreationisten zu stecken. Es scheint für das Darwin-Jahr-Komitee unvorstellbar zu sein, dass jemand von einer naturalistischen Evolution ausgeht, aber die Folgerungen für den Menschen, welche die Mitglieder des Darwin-Jahr-Komitees vertreten, ablehnt, kein Kreationist ist. Dabei wird vollkommen übersehen, dass in den Fachwissenschaften durchaus umstritten ist, wie weit Befunde aus dessen Evolution aus dem Tierreich auf das Kulturwesen Mensch übertragen werden können. Eine kurze, aber sehr präzise und sachliche Kritik von jemandem, dem man auf keinen Fall vorwerfen kann, Kreationist sein, findet sich beispielsweise in Dupré (2006). So bleibt der Eindruck, dass hier die äußerst negativ konnotierte Bezeichnung ‘Kreationist’ missbraucht wird, um Gegner zu brandmarken, die den eigenen Standpunkt nicht teilen.

Wie aus der Replik von Burger ersichtlich wird, hatte die Aktion durchaus einen gewissen Erfolg. Durch die Recherchen von Burger kamen aber einige Details ans Licht, die für die Verfasser des Aufrufs wenig schmeichelhaft waren. Auf der einen Seite stellte Burger heraus, dass es gar nicht die Kreationisten waren, die mit der Vandalisierung begannen, sondern Anhänger von Bauer. Zudem deckte Burger auf, dass Mitglieder des Darwin-Jahr-Komitees unter Pseudonym für eigene Bücher positive Rezension verfasst haben.

Es liegt mir fern, eine Lanze für Burger zu brechen, dessen Text von Rechtschreibfehlern strotzt und larmoyant herausstellen möchte, wie ungerecht doch mit Kreationisten umgegangen wird. Dennoch wäre es angebracht gewesen, einzusehen, dass der Aufruf zur Vandalisierung bei Amazon vielleicht unter dem Strich doch nicht besonders erfolgreich war, und den Beitrag von Burger einfach zu ignorieren.

Die Replik des Darwin-Jahr-Komitees, die Wochen später erschien, ist dann allerdings ein Musterbeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Auf der einen Seite wird eingeräumt, dass man moralisch nicht sauber gearbeitet hat (wobei der Autor versucht, ironisch zu bleiben), begründet das aber damit, dass die andere Seite angefangen hat. Abgesehen davon, dass so Geschichten aus dem Kindergarten beginnen, wird wieder versucht, die eigene Aktion mit Aktivitäten der Kreationisten zu begründen. Einer gewissen Maren, die es immerhin auf vier Rezensionen bei Amazon gebracht hat, wird zuerkannt, dass sie „das beste Beispiel für eine ideologische Evolutionsbuch-Abwerterin ist“, ohne dabei zu bedenken, dass es sich eher um eine Anhängerin von Bauer handelt, die vermutlich mit Kreationismus überhaupt nicht verbindet. Deutlicher kann man nicht machen, dass es nicht um Evolution oder Kreationismus, sondern um die eigene Auffassung von Evolution, die gegen jegliche Art von Kritik verteidigt wird, geht.

Selbstverständlich ist die Rechtfertigung, dass „kein Interesse oder keine Kapazitäten, um solche weltanschaulichen Attacken und Grabenkämpfe von ihrer Plattform zu verdammen [hat, T. W.], also mussten wir reagieren und nun spielen wir eben mit“ prinzipiell vertretbar, wenn man in einer weltanschaulichen Auseinandersetzung seine Position herausstellen muss. Allerdings muss man in diesem Fall sauber argumentieren, was hier eindeutig nicht der Fall ist. Wenn man die drei genannten Artikel betrachtet und ein wenig bei Amazon mitliest, wird man den Verdacht nicht los, dass es hier gar nicht um die richtige und wichtige Auseinandersetzung mit Kreationisten geht, sondern darum, eine relativ radikale Auffassung von Evolution als umfassendem Weltbild und dessen Auswirkungen auf den Menschen mit allen Mitteln gegen Kritik zu verteidigen, mit dem nicht unerwünschten Nebeneffekt, die eigenen Bücher zu verkaufen. Vollkommen kontraproduktiv ist es, diesen Sachverhalt mit dem Kampf gegen Kreationisten zu verbinden. Ich frage mich auch, ob alle Mitglieder des Darwin-Jahr-Komitees und der Organisationen, welche dieses unterstützen, über derartige Aktionen informiert wurden und diese gutheißen.

Literatur:
Bauer, J. (2008) ‘Das kooperative Gen. Abschied vom Darwinismus’ Hamburg, Hoffmann und Campe
Dupré, J. (2006) ‘Darwin‘s Legacy. What Evolution Means Today [2003]‘ Oxford, Oxford University Press

Links:

http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/raetsel-verschwundenen-kreationisten
http://www.evolutionsbiologen.de/Verschwundene-Kreationisten.html
http://www.theismus.de/?p=131
http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/wir-duerfen-nicht-mitspielen

7 Antworten zu „Klick-Vandalismus bei Amazon“

  1. Nissen Sagt:

    @Geoman

    Danke für das schöne Zitat und die Informationen.

    Aber mit dem abwertenden Unterton,
    „Daraus kann man zumindest schließen, dass Darwin so Typen wie Neukamm, Junker, Kutschera etc. als Mensch und Wissenschaftler nicht schätzen würde.“

    bin ich absolut nicht einverstanden. Ich bin auch kein Freund von scharfer Rethorik usw. aber Neukamm, Junker, Kutschera also „so Typen“ bezeichnen geht doch wohl entschieden zu weit!
    Erstens wenn man Neukamm ließt wird man immer sehr differenzierte und ausgeglichene Texte lesen, ohne unsachliche diffamierung.
    Zweitens, wenn einem der Stil nicht gefählt heißt das noch lange ncihts über ihr dasein als Wissenschaftler. Kutschera publiziert in der Nature usw.
    Drittens, sind das gerade die Menschen die in Deutschland etwas unternehmen, man denke nur was z.B. Kutschera alles erreicht hat, Lönnigs propaganda von der mpi seite zu entfernen, verhinder das Althaus Scherer zu öffentlichen Debatten einläd. Und über Neukamm der es immer wieder als Einzelperson neben seinen Beruf immer wieder mit Wort und Wissen aufnimmt kann ich nur staunen und meinen Hut ziehen! In diesem zusammenhang finde ich Kritik in dieser Weise unfair!

    Und mit „ideologisch…“ hat das ganze nun wirklich nichts zutun.

  2. El Schwalmo Sagt:

    @Geoman

    === schnipp ===
    Daraus kann man zumindest schließen, dass Darwin so Typen wie Neukamm, Junker, Kutschera etc. als Mensch und Wissenschaftler nicht schätzen würde.
    === schnapp ===

    ich vermute, dass Du Neukamm aus der Liste streichen solltest. Er hat bei einem Verlag, der sich einen Namen durch Publikation theologischer Fachliteratur gemacht hat, einen Sammelband herausgegeben, dessen meiste Autoren Theisten sind. In diesem Band hat Thomas Junker einen Beitrag geschrieben, von dessen Argumentationsweise sich Neukamm so distanziert hat, dass das vermutlich in Darwins Sinn gewesen wäre.

  3. Geoman Sagt:

    El Schwalmo schrieb:

    „Wenn man die drei genannten Artikel betrachtet und ein wenig bei Amazon mitliest, wird man den Verdacht nicht los, dass es hier gar nicht um die richtige und wichtige Auseinandersetzung mit Kreationisten geht, sondern darum, eine relativ radikale Auffassung von Evolution als umfassendem Weltbild und dessen Auswirkungen auf den Menschen mit allen Mitteln gegen Kritik zu verteidigen, mit dem nicht unerwünschten Nebeneffekt, die eigenen Bücher zu verkaufen. Vollkommen kontraproduktiv ist es, diesen Sachverhalt mit dem Kampf gegen Kreationisten zu verbinden. Ich frage mich auch, ob alle Mitglieder des Darwin-Jahr-Komitees und der Organisationen, welche dieses unterstützen, über derartige Aktionen informiert wurden und diese gutheißen.“

    Ich frage mich, ob Darwin, unter dessen Label diese ideologisch motivierten, albernen Schummel-Aufrufe durchgeführt werden, solche Aktionen befürworten würde? Gegenüber dem weltanschaulichen Scharfmacher-Stil von Ernst Haeckel machte er (wie jüngst in der FAZ zu lesen war) 1867 geltend:

    “Ich weiß, dass es einfach ist, gute Ratschläge zu geben, und wenn ich selbst die Gabe zur scharfen Polemik hätte, würde ich wahrscheinlich im Triumph das Innerste der armen Teufel herauskehren und sie in ihrer ganzen Unzulänglichkeit bloßstellen. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass diese Gabe nichts Gutes bringt und nur Schmerz verursacht. Vielleicht darf ich noch hinzufügen, dass wir täglich Männer die umgekehrten Schlüsse aufgrund derselben Vorrausetzungen ziehen sehen und es mir daher eine zweifelhafte Angelegenheit scheint, allzu überzeugt von irgendeinem komplexen Sachverhalt zu sprechen, auch wenn man noch so überzeugt von der Wahrheit der eigenen Schlüsse ist.“

    Daraus kann man zumindest schließen, dass Darwin so Typen wie Neukamm, Junker, Kutschera etc. als Mensch und Wissenschaftler nicht schätzen würde.

  4. Darwin upheaval Sagt:

    @ nissen:

    Mich hat ehrlich gesagt auch gewundert, warum die Angelegenheit in einem Beitrag auf der Seite der Brights noch einmal extra aufgekocht werden muss. Was ist denn so schlimm daran, wenn einige Evolutionsbiologen – ein Gegengewicht zur Dominanz kreationistischer Kommentare auf Amazon bildend – zum Gebrauch der Kommentar-Funktion aufrufen? Selbst dann, wenn man der Auffassung zustimmen würde, das Darwin-Jahr-Komitee wolle „eine relativ radikale Auffassung von Evolution als umfassende[s] Weltbild“ durchdrücken und gegen jedwede Kritik verteidigen (einen Vorwurf, den ich für absurd halte), ist moralisch hier nichts zu beanstanden. Zumal hier ja gar nichts „unter der Decke gemauschelt“ , sondern aus dem organisierten „Evo-Bashing“ der Kreationisten Konsequenzen gezogen wurden. Daher halte ich den Beitrag von E.S. nicht nur inhaltlich, sondern auch aus strategischen Gründen für wenig hilfreich.

    Eines ist sicher richtig: Bauer ist, nach der üblichen Definition – kein Kreationist. Von daher wäre es sicher klug gewesen, zwischen Bauer-Anhängern und Evolutionsgegnern zu differenzieren. (Gleichwohl verwendet Bauer ein Vokabular, das stark in Richtung „(Psycho-)Lamarckismus“ geht und auch aus Sicht von Evo-Devo nicht ernst genommen werden kann, das aber nur am Rande.) Davon völlig unberührt bleibt die Tatsache, dass die Kreationisten unübersehbar in einer nicht repräsentativen Art und Weise versuchen, Meinungen zu manipulieren. Und es fällt auch auf, dass unter den „mehr als 1000 Sympathisanten“ von W+W häufig immer dieselben „üblichen Verdächtigen“ aktiv werden, was zu einem gewissen Grad auf Absprachen rückschließen lässt. Evolutionsbiologen organisieren sich zu einer „pressure group“, die dagegen hält, selbstverständlich. Und selbstverständlich wollen Menschen ihre eigenen Bücher verkaufen – das ist „drüben“ nicht anders als „hüben“.

  5. Nissen Sagt:

    @el schwalmo

    war keine kritik, sondern ein statment von mir, wie ich die sache sehe. hab schon rausgelesen , dass du es auch besser gefunden hättest die kritik zu ignorieren.

    „Kann aber sein, dass wir uns über den ersten Teil nicht einig werden.“
    wie meinst du das? das ich den ersten teil von deinem text nicht zustimme oder das du eher den erstenteil von meinem beitrag nicht zustimmst? Ich finde deinen Text wichtig und richtig. Kann man draus lernen für zukünftige Strategien. Was mir allerdings sehr positiv aufgefallen ist, ist das Andreas M. auch einen kritischen Artikel über die evolutionäre Psychologie auf die Seite gestellt hat und im Kommentar die Kritik annimmt.

  6. El Schwalmo Sagt:

    @Nissen

    === schnipp ===
    Ich hätte es am besten gefunden die Kritik zu ignorieren.
    === schnapp ===

    darf ich mich zitieren?

    === schnipp ===
    Dennoch wäre es angebracht gewesen, einzusehen, dass der Aufruf zur Vandalisierung bei Amazon vielleicht unter dem Strich doch nicht besonders erfolgreich war, und den Beitrag von Burger einfach zu ignorieren.
    === schnapp ===

    Kann aber sein, dass wir uns über den ersten Teil nicht einig werden.

  7. Nissen Sagt:

    Interessant! Sogar vor den „Bauer-Anhänger“ ist man nicht mehr sicher.

    Aber irgendwie verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Polarisierende Bücher in denen man z.B. Anthropologie strickt „darwinistisch“ betreibt, Kreationisten kritisiert, die Evolution kritisiert oder wie Bauer die Evolutionsbiologie irgendwie umdeutet werden immer auf eine Gruppe von Kritikern stoßen, die das Buch madig macht.

    „Das kooperative Gen “ hat 30 mal 5 Sterne und 12 mal einen. Also vorallem 2 Extreme. „Evolution – Ein kritisches Lehrbuch“ sieht so ähnlich aus. „Darwin Code“ , „Evolution im Fadenkreuz“ etc. haben fast nur positive Bewertungen. Negativ Bewertungn sind bei solchen Büchern doch selbstverständlich, jeder der sich für die Themen interessiert wird das wissen. Was letzt endlich zählt sind Rezensionen mit Autorität, also irgendwelche Zeitungen, Professoren oä.
    Wenn tatsächlich Rundschreiben auftauchen in dem Leute aufgefordert werden ein Buch negativ zu bewerten, so wie bei Kreationisten bei Meinungsumfragen etc. das wäre etwas anderes.

    Die Aufregung darüber, dass die eigenen Bücher positiv bewertet werden finde ich auch nicht so schlimm. Das ist doch menschlich und wenn ich einen Freund habe der ein interessantes Buch geschrieben hat, würde ich das auch positiv bewerten , selbst wenn ich weiß, dass ich bin nicht neutral. Wieder etwas anderes wäre es wenn sich ein Professor hinstellt und seine Studenten motiviert sein Lehrbuch positiv zu bewerten.

    Was mich jedoch wütend macht, ist Burger der behauptet Neukamm könne sich zur Evolution nicht redlich äußern. Das ist natürlich Unsinn. Bauer ist Mediziner und nicht Evolutionsbiologe, bei den den Kreationisten sähe es auch düster aus, die Mehrheit von denen sind bekanntich Ingeneure und Informatiker (Gitt), dort dürften sich dann ja nur noch Scherer und Lönnig zu Wort melden…

    Ein Naturwissenschaftler wie Neukamm hat natürlich Qualifikation sich zur Evolution zu äußern, zumal er Arbeiten verfasst hat die von Professoren und Doktoren der Biologie korrektur gelesen wurden und außdrücklich positivv aufgefasst wurden. Eben so wie seine Mitgliedschaft in der Evolutionsbiologie AG. Im allgemeinen sollten sich Kreationisten und Bauer-Anhänger über Neukamm freuen denn dieser steht ja für einen sachliche und unemotionale Rethorik, er kritisiert PZ Meyers (Aufruf zur Hostienschändung). Mit Neukamm kann man sachliche Kontroversen erwarten und nicht persönlich Beleidiende Streitigkeiten.

    Ich hätte es am besten gefunden die Kritik zu ignorieren.


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