
(c) REUTERS (HO) - The Cove
Von Angela Köhler – Die Presse.com
Vor dem Fischerdorf Taiji werden jeden Herbst tausende Delfine abgeschlachtet. Dem teils brutalen US-Dokumentarfilm “The Cove” gelang es, das heuer erstmals zu stoppen. Der Film läuft am Donnerstag in den Kinos an.
Es ist selten, dass ein Film etwas ändert. Am Donnerstag läuft in Europas Kinos so ein Beispiel an: „The Cove“ (Die Bucht), eine Anklage gegen den alljährlichen Massenmord an Delfinen in Japan. Der hat dort im Vorfeld Wellen geschlagen. Und: Diesen Herbst wurde das Schlachten tausender Delfine an der Küste von Taiji im Süden der Hauptinsel Honsh? gestoppt.
Man könnte den Anblick zunächst für Naturromantik halten; In den Buchten mit ihren malerischen Klippen, felsigen Inselchen und waldigen Hügeln sammeln sich jeden Herbst zehntausende Delfine. Touristenboote kreuzen durch die flachen Lagunen von Taiji, 700 Kilometer südlich Tokios.
Nur wenige Beobachter merken, dass Fischer die riesigen Schwärme zusammentreiben. Fänger waten in Neoprenanzügen durchs flache Gewässer, schwimmen oft stundenlang neben den Tieren und treffen schließlich ihre Wahl.
Nur die Süßen kommen durch
Sie suchen vor allem schöne, süße Kleinwale für die Großaquarien und Kinderherzen dieser Welt. Angeblich kriegen Japans Delfindealer bis zu 150.000 Euro für einen prächtigen „Flipper“ von Delfinarien. Besonders begehrt sind sie für Shows in China, Thailand, Südkorea und der Karibik, Taiji ist hier die erste Beschaffungsadresse.
Die Bucht in Europa






































































Oktober 22, 2009 um 10:25 am
“…Die Sprachwahl zeigt mal wieder wie Delphine vermenschlicht werden…”
“…Den Aspekt der Vermenschlichung sehe ich auch…”
Dieses Problem, dass bewusstseinsfähige, höhere Säugetiere ungerechterweise “vermenschlicht” werden, besteht nur dann, wenn man im Menschen etwas grundsätzlich anderes als ein Säugetier sieht. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht zu belegen! Also wird hier die antiquierte These von “dem Menschen als Krone der Schöpfung” vertreten, dem gottgegeben andere Rechte zustehen.
Oder wie es Thomas Metzinger formuliert:
“…Neben der Tierethik gibt es keine andere moralische Frage, in der die Kluft zwischen der bereits vorhandenen Einsicht und dem tatsächlichen menschlichen Verhalten so extrem ist, kein Beispiel, bei dem das, was wir schon wissen, in so starkem Widerspruch zu der Art und Weise steht, in der wir handeln (darum eignen sich Ernährungsgewohnheiten auch gut als Fallstudie für die Willensfreiheitsdebatte). Die Art wie wir seit Jahrhunderten Tiere behandeln, ist eindeutig unhaltbar. Angesichts unserer neuen Erkenntnisse über die neuronale Basis bewussten Erlebens liegt die Beweislast nun endgültig auf Seiten der Fleischesser…”
Quelle:
Thomas Metzinger – Der Ego-Tunnel (Seite 324)
Oktober 21, 2009 um 9:26 pm
Nein, so was schaue ich mir nicht an!!!
Ich habe einmal im TV gesehen, wo irgendwo in Asien Hunde, Katzen und anders Vieh von haushoch beladenen Lastwagen in Käfigen einfach runtergeworfen wurden. Das ging dann irgendwie noch schlimmer weiter.
Ich hatte so eine Wut im Bauch, das ich fast meinen Fernseher zertreten hätte.
Und von wegen Vermenschlichung. Das sind leidensfähige Säugetiere wie wir auch. Dann kann man bitte auch dafür sorgen das es schnell, schmerzfrei und ohne Quälerei abgeht.
Oktober 21, 2009 um 4:46 pm
Ich stimme euch beiden vollkommen zu. Bitte… geht in den Film, denn er rüttelt tatsächlich auf. In einem Interview meinte der Regisseur gar, dass dies nur die “Disney-Version” der Tatsache sei. Die Realität ist noch viel grausamer
.
Wird ein verletztes Tier aufgepäppelt und ein neues Heim in einem Zoo geschenkt, dann kann ich dies verstehen. Aber draussen rumzuschwimmen und tausende von freilebenden Tieren fließbandartig einzufangen oder gar abzuschlachten, nur um die Delfinarien zu füttern, ist wahrlich ein dreckiger Schandfleck ! Sowas haben die Asiaten wahrlich nicht nötig und ist nur ein brutales und blutiges Geschäft, ganz auf dem Rücken der freilebenden Tiere.
Oktober 21, 2009 um 12:35 pm
Den Aspekt der Vermenschlichung sehe ich auch. Trotzdem, das sinnlose Schlachten der Tiere ist ebenso wie das kanadische Seals-Clubbing eine Sauerei.
Oktober 21, 2009 um 12:19 pm
“…Massenmord an Delphinen”
Die Sprachwahl zeigt mal wieder wie Delphine vermenschlicht werden. Wären es keine Delphine wäre die Entrüstung sicher nicht so groß. Flipper läßt grüßen.
Trotzdem ekelhaft das Ganze.
Oktober 21, 2009 um 9:14 am
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