Geschichtsklitterung, antidemokratische Programmatik und schulische Vermittlung
© Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie
Der anthroposophische Publizist Michael Mentzel, der im Internet regelmäßig vorsätzliche Falschmeldungen verbreitet, nahm jüngst seinen Freund Lorenzo Ravagli gegen öffentliche Kritik in Schutz. Ravagli habe nun mit der Veröffentlichung von Auszügen aus seinem Buch „Unter Hammer und Hakenkreuz“ reagiert:
„Es dürfte sich lohnen, dort einmal nachzulesen, welchen Ansatz Ravagli im Hinblick auf Rudolf Steiner und den Nationalsozialismus eigentlich tatsächlich verfolgt.“ (TDZ)
Wir sind dieser Aufforderung nachgekommen.
Rassistische Sinngebung des Völkermords
Lorenzo Ravagli möchte mit seinem Buch (Unter Hammer und Hakenkreuz, Stuttgart 2004) zeigen, dass die nationalistische und völkische Rechte in Deutschland am Ende des Kaiserreichs und während der Weimarer Republik die Anthroposophen erbittert bekämpft hätte und so belegen, dass Rudolf Steiners Vorstellungen inkompatibel mit rassistischen und antidemokratischen Positionen seien. Er vergisst dabei jedoch zu erwähnen, dass sich sämtliche Gruppierungen der politischen Rechten hartnäckig untereinander befehdeten und die Angriffe auf Rudolf Steiner und seine Getreuen in völkischen und nationalsozialistischen Publikationsorganen keine Besonderheit waren. Jede dieser Gruppierungen beanspruchte für sich exklusiv das wahre „Deutschtum“ zu vertreten und der Umgang mit der Konkurrenz war üblicherweise alles andere als zimperlich. Auch Deutschnationale und Nationalsozialisten bekämpften einander, bildeten aber dennoch schließlich die Regierungsloalition vom 30. Januar 1933.
Ferner stilisiert Ravagli den völkisch-antisemitischen Reichshammerbund und dessen Zeitschrift „Hammer“ zu einer repräsentativen Stimme dieser politischen Richtung, obwohl der Verband nur von 1912 bis 1920 existierte und maximal 2000-3000 Mitglieder hatte. (Fricke, Dieter, et al. (Hrsg.): Lexikon zur Parteiengeschichte, Leipzig 1983-1986, Bd. 3, S.681 ff.) Die Publikationen der führenden nationalkonservativen und völkischen Parteien und Verbände, deren Frontstellung gegenüber der Anthroposophie Ravagli angeblich zutage gefördert habe, werden gar nicht oder vollkommen unzureichend ausgewertet. Dass Rudolf Steiner und seine wenigen Getreuen gar als wichtige politische Gegner der „nationalen Rechten“ angesehen wurden, wie es Ravagli suggeriert, ist gänzlich abwegig.
Seine „spirituelle“ Geschichtsdeutung verdankt Ravagli nicht den historischen Tatsachen, sondern Karl Heyer, dem er seine Schrift widmete und auf den er sich fortwährend beruft. Der Anthroposoph Heyer veröffentlichte 1947 seine Rückschau auf den Nationalsozialismus, die 1991 neu aufgelegt wurde und für die Anthroposophen die wissenschaftliche Forschung ersetzt. (Heyer, Karl: Wenn die Götter den Tempel verlassen, Freiburg 1947) Während in der historischen Wissenschaft unumstritten ist, dass die Hauptverantwortung für das Scheitern der Weimarer Republik und die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bei den antidemokratischen deutschen Eliten lag (u.a. Bracher, Karl D.: Die Auflösung der Weimarer Republik. 5. Aufl., Villingen 1971), ist dies für Anthroposophen nur oberflächlicher Schein und „materialistischer“ Irrtum.
Der deutsche „Volksgeist“ habe sich als zu schwach erwiesen gegenüber den „dämonischen Widersachermächten“ und die Macht des „Bösen“ habe die Oberhand gewinnen können. (Karl Heyer, a.a.O., S. 138 ff; S. 168) Der deutsche Nationalsozialismus sei seinem Wesen nach Ausdruck „inneren Asiatismus“, eines „mongolisch-malayischen Rassentums“. (ebd., S. 88) Hitler habe aber durchaus so manche „Wahrheit“ ausgesprochen und die „nationalsozialistische Propaganda“ habe in „vielen Punkten durchaus zutreffende und gar nicht nur ganz oberflächliche Kritik“ enthalten. Nationalsozialistische Topoi wie der „Antiintellektualismus“ und die „Volksgemeinschaft“ seien allemal begrüßenswert. (ebd., S. 162 ff.) Und schließlich gewinnt der Anthroposoph auch dem Nationalsozialismus insgesamt mit all seinen Verbrechen und dem Völkermord noch etwas Positives ab:
„Aber auch die Kräfte des Bösen und der Zerstörung, auch die scheinbare Sinnlosigkeit fügen sich als sinnvolle Glieder in den großen Gang der Geschichte ein. Wie die Hunnenstürme der Völkerwanderungszeit oder die Tatarenstürme des Mittelalters mag man – ohne natürlich durch solche historischen parallelen das Phänomen erschöpfend charakterisieren zu wollen – auf einer neuen Stufe den Sturm des Nationalsozialismus empfinden, wie das Auftreten eines Attila oder Dschingis-Khan auch dasjenige eines Hitlers als einer ‚Gottesgeißel’ in einer Welt, in der vieles reif ist zugrunde zu gehen, die durch revolutionäre Katastrophen innerer und äußerer Zerstörung hindurchgehen muss, weil die Fähigkeit zur evolutionären Wandlung unmittelbar aus den Kräften des Guten heraus nicht stark genug war.“ (ebd., S. 196)
Es sind solche Perversionen, die von den Anthroposophen mit Begriffen wie „höhere Erkenntnis“ und „ethischer Individualismus“ verklausuliert werden und aufgrund derer sie sich als „erleuchtete“ Avantgarde der Menschheit betrachten. Der Redakteur und Gesellschafter der Zeitschrift „Info3″ Jens Heisterkamp, der gegen die Trennung von Religion und Wissenschaft wettert und in Rudolf Steiners Rassenideologie nur einige heute missverständliche Formulierungen erblickt, war regelrecht begeistert von der Neuauflage der Schrift Heyers, weil diese frei von jeglicher „Neigung zu eifernder Selbstbezichtigung“ wäre, wie er 1992 in dem anthroposophischen Zentralorgan „Das Goetheanum“ verkündete. (Bierl, Peter: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister, 2. Aufl., Hamburg 2005, S. 264) Mit der Bundesrepublik konnte sich Heyer denn auch nicht anfreunden, da diese Demokratie wiederum, wie zuvor die Weimarer Republik, nicht die „spirituelle Mission“ des „wahren Deutschtums“ erfüllen würde. Heyers Pamphlete dienen heute als Unterrichtsmaterial in der Waldorflehrerausbildung. Der ehemalige Waldorflehrer und Redakteur der Zeitschrift „Erziehungskunst“ Lorenzo Ravagli bekundete in seinem Briefwechsel mit dem Rechtsextremisten und einstigen Waldorfkollegen Andreas Molau dieselbe Unzufriedenheit mit der deutschen Demokratie. Das Beste, was man über diese sagen könne, wäre, dass sie die „Waldorfschulbewegung“ nicht verhindert habe. (Der Anthroprosator)
„Spirituelle“ Menschheitsführung statt Demokratie
Eine eindeutige Zuordnung Rudolf Steiners in dem heterogenen Spektrum der zeitgenössischen Republikgegner ist kaum möglich, da er kein politischer Theoretiker oder praktizierender Politiker war, sondern ein restlos verwirrter Mensch, der sich zum Hellseher und Propheten einer „Geistigen Welt“ verklärte. Bei all dem verblasenen Irrsinn seines gleichsam gigantisch umfangreichen und außerhalb der eigenen „anthroposophischen“ Organisation vollständig bedeutungslosen Nachlasses, trifft für Steiner und seine Anhänger – damals wie heute – mustergültig zu, was Kurt Sontheimer über die antidemokratischen Vorstellungen zur Zeit der Weimarer Republik ausführte:
„Hier stoßen wir auf den Kern des nationalistischen Führermythos: Die Erwartung eines vom Himmel auserkorenen, mit besonderen Gnadengaben versehenen großen Menschen, der Deutschland aus seiner Not reißen und es wieder empor zum Licht und zu neuer Größe führen wird. (…) Der Führer diesen Zuschnitts hat einen göttlichen Auftrag für die Nation. Die Nation ihrerseits muss sich bereitmachen für die Ankunft dieses Führers und es wird zur besonderen Aufgabe bestimmter, vom neuen politischen Geist durchdrungener Körperschaften, diesem Führer den Weg zu ebnen. Der Führergedanke erhielt dadurch eine messianische Prägung (…) Das Erscheinen der ersehnten Führergestalt wird zu einem metaphysischen Ereignis. Das Schicksal ist es, das einem Volk die Gnade einer großen Führerpersönlichkeit schenkt. Aufräumen muss man lediglich mit dem Glauben, das liberal-demokratische System könne aus sich heraus Führergestalten hervorbringen. Die nationalistischen Führervorstellungen betonen einerseits den Führer als staatsmännisches Genie, der ein großes politisches Werk vollbringt, wie dies Bismarck getan hatte, und andererseits den Führer als Werkzeug übersinnlicher Kräfte, sei es des Schicksals, Gottes oder einer anders benannten metaphysischen Geschichtsmacht. (…) Der Führer wird also nicht zum Demiurgen der Geschichte kraft seiner Natur, sondern er ist das Ausführungsorgan einer ihn transzendierenden Macht, sei es des Volkes, der Nation oder des Reiches als einer überempirischen Wesenheit. (Sontheimer, Kurt: Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik. Die politischen Ideen des deutschen Nationalismus zwischen 1918 und 1933, 2. Aufl., München 1983, S. 217 ff.)
Lorenzo Ravagli bringt es dagegen allen Ernstes fertig, Wissenschaftler als „Kryptohistoriker“ zu beschimpfen, die „Verschwörungstheorien“ verbreiten würden, welche einer „Neuauflage der ‚Protokolle der Weisen von Zion‘“, einer antisemitischen Hetzschrift, glichen. Rudolf Steiner, der Bismarck-Verehrer und entschiedene Gegner der Demokratie und des Liberalismus, wird bei Ravagli der Öffentlichkeit als liberaler Demokrat vorgestellt, der aufgrund seiner Freiheitsliebe von Rechten, Linken und Katholiken bekämpft würde. (Unter Hammer und Hakenkreuz, S. 9; 18 ff.) Ravagli verlässt sich prinzipiell darauf, dass seine Leser über keinerlei historische Kenntnisse verfügen, Steiner nicht im Original lesen und seine abstrusen und üblen Beschimpfungen ausreichen, damit niemand seine „Zitate“ (Falsche Propheten) und Behauptungen überprüft, mit denen er seinen Herrn und Meister als reinsten Heiland präsentiert und seine eigene hundertprozentige Identifizierung mit den antidemokratischen und rassistischen Vorstellungen Steiners kaschiert. Nur Rudolf Steiner und seine anthroposophischen Jünger könnten die Welt retten. Alle Wissenschaft und alle politischen Strömungen seiner Zeit galten dem Hellseher als „abstrakte“ Lebensauffassungen und „materialistische“ Verfallserscheinungen.
„Rechtswissenschaft, Staatslehre, Nationalökonomie und alle die anderen soziologischen Unterdisziplinen sind unvermögend, den – nach naturwissenschaftlichem Muster – starr auf das Gewordene gerichteten Blick hineinzusenden bis in die Quellen des sozialen Werdens und sozialen Lebens. Durch die furchtbaren Erschütterungen der letzten Jahre sind diese Quellen aufgebrochen. Ihre Wasser stauen und brechen sich aber an allen den Hemmnissen, die im äußeren Leben als Einrichtungen, Programme und Gesinnungen aufgetürmt worden sind, und deren Ursprung gerade in dem toten Denken aller derer liegt, die sich aus dem Abfall der akademischen Arbeitsstätten abstrakte Weltanschauungen und tote Lebensauffassungen gebildet haben, wie Marxismus, formales Demokratentum, abstrakten Liberalismus, politisches Phrasentum, reaktionären «Historismus« und konservatives Staatsbonzentum. Die Medizin und die Naturwissenschaften verkommen in geistlosem Beobachten und zusammenhanglosem Tatsachensammeln, die aus Ungeist geboren, keinen Zugang finden zu den Problemen des organischen Lebens und zu den Sehnsüchten, die im Menschenherzen nach befreiender Weltanschauung leben.“ (Steiner: Aufruf an die akademische Jugend, GA 217, S. 197)
Demokratien seien ohnehin per se zum Scheitern verurteilt. Die Menschheit habe nur dann eine Zukunft, wenn sie sich zur „Anthroposophie“, also zu Rudolf Steiners Führerrolle bekehren ließe. Andernfalls obsiegten die Mächte der Finsternis. Ein Glück für die Menschheit, dass sie nicht mehr wie früher auf die alleinige Hilfe aus den „höheren Welten“ zu hoffen braucht, da nun der spirituelle Erlöser selbst in Menschengestalt als Rudolf Steiner auf Erden erschienen ist.
„Führen Sie also irgendwo die Demokratie ein, so können Sie das in Gedanken schön ausmalen. Aber in die Wirklichkeit übergeführt, führt die Demokratie ebenso zum Gegenteil der Demokratie, wie das Pendel nach der entgegengesetzten Seite ausschlägt. Das geht gar nicht anders im Leben. Demokratien werden immer nach einiger Zeit sterben an ihrer eigenen demokratischen Natur. Das sind die Dinge, die zum Verständnis des Lebens ungeheuer notwendig sind.“ (Steiner: Die soziale Grundforderung unserer Zeit, GA 186, S. 101)
„Entweder gibt es eine Erdenzukunft oder keine. Die Erdenzukunft ist von der Anthroposophie unzertrennlich. Wenn diese keine Zukunft hat, dann erreicht die ganze Menschheit keine Zukunft.“ (Steiner: Die Erkenntnisaufgabe der Jugend, GA 217a, S. 99)
„Es wird vorbereitet die Aufgabe der fünften Wurzelrasse, die Menschheitsführer und Meister aus dem Menschengeschlecht selbst hervorgehen zu lassen. Die früheren Menschheitsführer kamen aus höheren Welten herunter. Jetzt wird der ein Meister sein, der durch alle Entwicklungsstufen der Menschheit hindurchgegangen ist – nur schneller als die anderen Menschen -, und der als Vorgeschrittener die Menschheit führt.“ (Steiner: Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft, GA 92, S. 122)

Rudolf Steiner - wähnte sich als kosmischer Menschheitsführer
Die Schulen des anthroposophischen Führers
Die autoritäre Herrschaft der Anthroposophen als segensreiche Alternative zur Demokratie verpackte Steiner in sein Konzept der „Dreigliederung“, das seine Jünger bis heute der Öffentlichkeit als Inbegriff wahrer Freiheit und Demokratie unterzujubeln versuchen. (Anthroposophie und Sektenbegriff) Ravagli beschreibt dieses Ansinnen als „Gegenkraft zu jedem Kollektivismus“. (Unter Hammer und Hakenkreuz, S. 19) Nur verschweigt er dabei den Lesern, dass Steiner unter „Kollektivismus“ eben auch die parlamentarischen Demokratien verstand:
„Die ganze westliche Welt hat von dieser wirklichen für Mitteleuropa nötigen Freiheit überhaupt keinen Begriff. Man redet da von Völkerfreiheit und meint dabei nicht die wirkliche Freiheit der Menschen, sondern eine schimärische Kollektivfreiheit von Menschenzusammenhängen, wie sie sich in den westeuropäischen Staaten und in Amerika herausgebildet haben.“ (Steiner: Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus, GA 24, S. 344 f.)
Schon Rudolf Steiner unterschied sorgfältig zwischen den Zielen der „Dreigliederung“ und ihrer öffentlichen Präsentation. (Zander, Helmut: Anthroposophie in Deutschland, Göttingen 2007, S. 1320, 1350) Da seine Sekte zu Lebzeiten lediglich ein paar Tausend Mitglieder umfasste und die Herrschafft der vermeintlich Erleuchteten sich trotz aller Camouflage nicht durchzusetzen vermochte, folgte aus anthroposophischer Sicht die karmische Strafe in Gestalt des Nationalsozialismus, der nicht ihrem Führer, sondern dem der NSDAP die Weltherrschaft anstreben ließ. Die „Mission“ des „deutschen Volksgeistes“ besteht für die Anthroposophen nach wie vor darin, die Vorstellungen ihres „Meisters“ posthum zu verwirklichen. Steiner selbst zog aus seinem Misserfolg den Schluss, sein antidemokratisches Konzept vorerst in der eigenen Organisation zu realisieren und so mittels anthroposophischer Schulung langfristig zum Erfolg werden zu lassen. Als Zentrale dieses Unterfangens gründete er die „Freie Hochschule für Geisteswissenschaft“, eine anthroposophische Kaderschmiede. Sie ist untergebracht in der „Weltzentrale“ der „Bewegung“, dem steinerschen Tempelbau „Goetheanum“ im Schweizer Ort Dornach. Weltweit sollen die Waldorf-/Rudolf-Steiner-Schulen die „geistigen Schauungen“ ihres Gründers vermitteln. Auch das dürfte der Öffentlichkeit jedoch nicht offen gesagt werden, weil dann die behördliche Genehmigung der Schulen in Gefahr wäre. Deshalb müssten die Waldorfschulen formal unabhängig von der Dornacher Zentrale bleiben, real aber deren dezentrale Weiterung bilden, dürfe zwar von pädagogischen Methoden, nicht aber von anthroposophischen Schulen gesprochen werden.
„In unserer okkulten Bruderschaft ist, wie in allen, eine Hierarchie statt der Demokratie, da nicht eine Volksabstimmung entscheiden kann, was Wahrheit ist, sondern hierüber nur solche befinden können, denen durch spirituelle Mächte die einzig richtige Erkenntnis geschenkt ist.“ (Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule, GA 265, S. 148)
„Aber eine Schule wird sowohl die gesetzlichen Behörden wie auch das Publikum störrisch machen, wenn sie plötzlich eine anthroposophische Schule ist. Es ist stark die Frage, ob nicht die Schulbehörde überhaupt Einspruch erheben würde. Sie hat gar kein Recht dazu, und es hat auch gar keinen Sinn, Einspruch zu erheben gegen die pädagogischen Methoden. Die können ja die anthroposophischen sein. Man hat auch kein Recht, Einspruch zu erheben, wenn selbst alle Lehrer für ihre Person Mitglied der Freien Hochschule in Dornach sind. Das geht die Behörden nichts an. Gegen all das kann kein Einspruch erhoben werden. Aber dagegen würde sofort Einspruch erhoben werden, wenn die Sache so wäre: Da ist die Freie Hochschule am Goetheanum; zu ihr besteht eine Beziehung so, daß pädagogische Entscheidungen, die dort getroffen werden, hier von der Schule aufgenommen werden, zum Beispiel daß in den Lehrplan hereingeredet würde von Dornach aus und so weiter. Das wenigstens käme für die ersten acht Klassen in Betracht. Die höheren, von der 9. ab, selbstverständlich, wenn wir nur diese hätten, so würde kaum etwas eingewendet werden können, höchstens bei Bewilligung der Maturität, aber das würde ja wohl nicht von den Behörden in Anspruch genommen werden. Aber für die Volksschulklassen würde man das nicht gelten lassen.
(…)
Nicht wahr, in dem Streben nach einem Anschluß der Schule als solcher an Dornach liegt zu gleicher Zeit, wie überhaupt in allem, was jetzt sachlich geschehen kann, das Begehen des Weges nach einer Richtung hin, die ja dadurch, daß unsere Persönlichkeiten, die das dazumal in die Hand genommen haben, nicht gewachsen waren der Situation, wieder verlassen werden mußte; der Weg mußte wieder verlassen werden. Es liegt darinnen der Weg der Dreigliederung. Denn wenn Sie sich die Freie Waldorfschule der Freien Hochschule angegliedert denken, so könnte das nur geschehen unter den Auspizien dessen, was der Dreigliederung zugrunde liegt. Und man arbeitet im Grunde konkret, wenn alle vernünftigen Institutionen schon nach der Dreigliederung hinarbeiten werden. Man muß die Welt ihren Gang gehen lassen, nachdem sie mit voller Absicht den anderen Weg nicht gehen wollte. Es wird nach der Dreigliederung hingearbeitet, aber man muß schon als Ziel ins Auge fassen, daß eine solche Institution wie die Freie Waldorfschule, die sachlich einen anthroposophischen Charakter hat, daß diese schon einmal selbstverständlich zusammenfällt mit dem anthroposophischen Streben. Nur in diesem Augenblick ist es eben doch möglich, daß wenn dieser Anschluß in offizieller Weise erfolgt, daß man dann deshalb der Waldorfschule das Genick umdreht.“ (Steiner: Lehrerkonferenz vom 5. Febrar 1924, GA 300c, S. 117 f.)
Diese Rechnung ging auf. Was Steiner seinem Lehrerkollegium einschärfte, funktioniert noch heute. Die Erziehung im Sinne des antidemokratischen und rassistischen Sektenführers wird der Öffentlichkeit mit wohlklingenden Vokabeln dargeboten als kindgerechte Pädagogik unabhängiger Schulen. Die Behörden spielen mit und die Steuerzahler finanzieren die „Erziehung zur Anthroposophie“(Klaus Prange).








































































November 2, 2009 um 6:08
Rudolf Steiner ist nicht der einzige anthroposophische Rassist. Der bekannteste Italienische Anthroposoph, Massimo Scaligero, der auch ins Deutsche übersetzt wurde, war im italienischen Faschismus aktiv.
Massimo Scaligero wird nach wie vor von Anthroposophen als spirituelle Autorität verehrt, so von Michael Eggert, Betreiber des anthroposophischen blogs “Egoisten” in seinem neuesten Artikel “Die Kraft des Lebens”, siehe:
http://www.egoisten.de/files/kraft_des_lebens.html
Michael Eggert ist seit langen bekannt, dass Massimo Scaligero Faschist, Antisemit und Rassist war, spätestens seitdem ich meine von der Italienischen Botschaft durchgesehene Scaligero-Übersetzung auf seinem blog postete:
Massimo Scaligero, „Coscienza del sangue“ in „La Difesa della Razza“, August 20, 1942, 4:
„Se esiste una finalità essenziale della dottrina razzista, questa necessariamente consiste in una prassi etico-scientifica che rettifichi i valori della razza, secondo un modello che non occorre inventare ma che già esiste. Ciò può essere realizzato non soltanto attraverso una serie di norme eugeniche e sanitarie, ma anche destando una sensibilità e una coscienza razzista, così che il popolo non accolga passivamente i risultati di un’azione razzista, ma divenga esso stesso consapevole cooperatore di tale azione.“
Massimo Scaligero, „Bewusstsein des Blutes“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. August 1942, S. 4:
„Wenn eine essentielle Zielsetzung der rassistischen Doktrin [i.e: der Rassen-Lehre] existiert, dann besteht diese notwendigerweise in einer ethisch-wissenschaftlichen Praxis, die die Werte der Rasse richtigstellt, gemäss eines Modells, das nicht erfunden werden muss, sondern das bereits existiert. Dies kann nicht nur durch eine Reihe von Normen der Eugenik und der Gesundheit erreicht werden, sondern auch indem eine rassistische Sensibilität und ein rassistisches Bewusstsein [i.e.: ein Rasse-Bewusstsein] erweckt wird, so dass das Volk nicht passiv die Resultate einer rassistischen Aktion aufnimmt, sondern selbst bewusster Mitwirkender dieser Aktion wird.“
……………………………………..
Massimo Scaligero, „Fronte unico ario“ in „La Difesa della Razza“, February 20, 1941, 22:
„Il movimento anti-ebraico giustamente oggi deve acquisire un’ampiezza supernazionalistica sino a divenire un’intesa di tutti i paesi. Proprio perchè si è mossi da un ideale di universalità che non abolisce ma mantiene e armonizza la differenziazione gerarchica, non si può ammettere l’azione di un gruppo etnico culturale a carattere internazionalistico, quale quello ebraico; tale inamissibilità per i popoli acquista vivente significato sopratutto allorchè alla concezione di una nuova universalità ariana corrisponde il risveglio di quell’elemento etnico-spirituale che inizialmente dette impulso a questo ideale di umanità. Ora, un fronte unico si rende necessario per dare all’universalità dell’ideale ariano uno strumento positivo sul piano dell’azione, in quanto non si tratta di combattere contro una nazione, ma contro una ‘internazionalità’ che è nazione nelle nazioni e si presenta non soltanto sotto l’aspetto di razza, ma sotto quello di religione, di cultura, di modo di pensare, di conoscere, di agire.“
Massimo Scaligero, „Arische Einheitsfront“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. Februar 1941, S. 22:
„Die anti-jüdische Bewegung muss heute richtigerweise eine übernationale Größe erlangen, bis sie zu einem Übereinkommen aller Länder wird. Gerade weil man von einem Ideal der Universalität bewegt [i.e.: angetrieben] ist, das die hierarchischen Differenzierungen nicht abschafft, sondern beibehält und harmonisiert, kann man die Aktion einer ethnisch-kulturellen Gruppe mit internationalistischem Charakter, wie die der jüdischen, nicht zulassen; diese Unzulässigkeit für die Völker erlangt lebende [auch: lebendige] Bedeutung vor allem sobald mit der Konzeption einer neuen arischen Universalität das Erwachen [auch: Wiederaufleben] jenes ethnisch-spirituellen Elementes übereinstimmt, das ursprünglich diesem Ideal der Humanität den Impuls gab. Jetzt ist eine Einheitsfront unentbehrlich, um der Universalität des arischen Ideals ein positives Instrument auf der Ebene des Handelns zu geben, insofern es nicht darum geht, gegen eine Nation zu kämpfen, sondern gegen eine ‘Internationalität’, die Nation in den Nationen ist, und sich nicht nur unter dem Aspekt der Rasse präsentiert, sondern auch unter dem Aspekt der Religion, Kultur, der Denkweise, des Erkennens, des Handelns.“
Dies sind nur 2 Beispiele, es gibt unzählige andere faschistische Scaligero-Texte
Juli 20, 2009 um 10:32
@ Ansgar
Jens hatte diesen Kommentar von Ihnen zitiert:
http://brightsblog.wordpress.com/2009/07/13/anthroposophische-fuhrerherrschaft/#comment-34521
Wieso schreiben Sie, das hätten Sie gar nicht gesagt?
Die Frage von yerainbow zielte darauf ab, was Sie reformieren wollen, angesichts dessen, was Steiner von sich gegeben hat und Anthroposophen nachbeten, denn nur daraus besteht „Anthroposophie“. Der Rassismus ist dafür ein Beispiel, der Rest nicht besser.
Was möchten Sie denn im Rahmen eines fundamentalen Wahnsystems wie und mit welchem Ziel „reformieren“?
Das Wort „Reform“ ist ja durch seinen politischen Missbrauch der letzten Jahrzehnte ohnehin zu einer Art Drohung geworden. Wollen Sie das noch übertreffen?
Reformierte Hellsicht? Reformierte Führerherrschaft? Reformierter Wahnsinn? Reformierter Nationalsozialismus? Reformierte Scientology Church? Reformierte Anthroposophie?
Oder verwenden Sie das Wort in einer ursprünglicheren Bedeutung des Wiederherstellens (Luther – Reformation) ? Sehen Sie die Anthroposophen als vom rechten Wege Steiners abgekommen, zu dem es zurückzufinden gelte?
Juli 20, 2009 um 11:01
@ Jens
Ich hab zwar nicht gesagt, dass ich jmd als Person lachhaft finde, aber egal. Solange du deine Freude hast
@ yerainbow
Von reformiertem Rassismus hab ich auch nichts gesagt. Immer schön genau lesen, ja? =)
Juli 20, 2009 um 7:54
Refoermieren?
Wiedenn?
„Reformierter“ Rassissmus?
die Überlegenheit mal der schwarzen Rasse über die Weiße? oder wie, oder was?
Juli 20, 2009 um 12:34
@ Ansgar
Hier gab es bisher keine „giftigen“ Kommentare, abgesehen von Ihrem:
„dass ich Sie als Person lachhaft finde“
Aber, dass das kein Argument ersetzt, fällt nur in Walldorfkreisen nicht auf. Hier schon.
Juli 20, 2009 um 12:21
PS Wegen meiner reichlich vielschichtig-verworrenen Einstellung zu Waldorf geb ich ja andauernd meine Webseite an, gerne wieder^^
http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/19/der-schatten-einer-seifenblase-oder-warum-dieses-blog/
Juli 20, 2009 um 12:18
> Warum und wie sollte ich das?
Och, es gibt in dieser Debatte viele, die auf alles mit ziemlich giftiger Rhetorik anspringen.
Und auch Sie hätten ja verstehen können, dass ich Sie als Person lachhaft finde, was weiß ich^^
Mein Bekenntnis ist nicht: Waldorf find ich gut. Ich finde Waldorf von Grund auf reformbedürftig, in seiner Erstarrtheit gefährlich. Ich plädiere aber für einen differenzierteren Blick auf den Alltag an Waldorfschulen.
Juli 19, 2009 um 9:01
@ Ansgar
Auch wenn ich nicht verstehe, was unklar gewesen sein sollte:
Sie ´haben zunächst einen Einwand formuliert, dann eine skurrile Lesart eines Kommentars präsentiert und nun bleibt das schnöde Bekenntnis: Waldorf find ich gut.
Dagegen lässt sich diskursiv wenig sagen. Ansgar findet das toll. Andere auch. Zum Beispiel der Bund der Freien Waldorfschulen noch viel mehr.
Aber, das für eine Erklärung und ein überzeugendes Argument für diese Schulen zu halten, ist wirklich nicht unkomisch.
Persönlich nehme ich das selbstverständlich nicht. Warum und wie sollte ich das?
Juli 19, 2009 um 8:40
Danke, Sie sind auch komisch.
Wo ist denn der Widerspruch in meiner Aussage?
Der Kommentar trifft ein großes Problem der Waldorfschulen, es gibt aber auch gegenteilige Erfahrungen. Und dass Sie die glauben wegerklären zu können, ist – pardon, nehmen Sies nicht persönlich – lachhaft und überheblich. Das ist genauso kurzsichtig, wie wenn der BdFW die negativen Erfahrungen mit Waldorfschulen leugnet und wegerklärt.
Juli 19, 2009 um 8:16
@ Ansgar
Sie sind ein Komiker.
Erst behaupteten Sie, die Waldorfschulen würden mit Anthroposophie praktisch gar nichts im Sinn haben. Dann erklärten Sie, der Kommentar einer Waldorfschülerin, der exakt das Gegenteil beschreibt, negiere nicht die vermeintlich guten Seiten dieser Schulen. Nun sagen Sie, andere – sprich Sie – hätten aber positive Erfahrungen gemacht.
Sicher, es gibt Leute, die das Waldorfsystem gutheißen. Das ist nicht neu, sondern bekannt, kein Argument, sondern Teil des Problems. Dass Sie dazu gehören und sich dazu bekennen, macht es nicht besser.
Juli 19, 2009 um 7:40
@ Anke:
> Ihrer seltsamen Ansicht, anthroposophische
> Schulen würden gar nicht Anthroposophie
> vermitteln wollen und das auch gar nicht tun,
> widerspricht diese Schilderung doch von vorn
> bis hinten unmissverständlich.
Eben. Deswegen ahbe ich gesagt, dass durch diese negativen Erfahrungen aber doch die positiven von ( dann offensichtlich ANDEREN ) Waldorfeltern und -schülerInnen nicht aufhebt.
Was ist an meiner Ansicht denn seltsam? Es ist nebenbei weniger Ansicht denn vielmehr eine ( sicher subjektive )Erfahrung und Beobachtung an durchaus existenten FWSen. Welche kennen Sie denn, bei denen das so offensichtlich anders ist?
Juli 19, 2009 um 5:30
@ Ansgar
„Er negiert aber doch keinesfalls die positiven Erfahrungen von WaldorfschülerInnen“
Nein? Welche „positiven Erfahrungen“ sehen Sie denn dort geschildert?
Ihrer seltsamen Ansicht, anthroposophische Schulen würden gar nicht Anthroposophie vermitteln wollen und das auch gar nicht tun, widerspricht diese Schilderung doch von vorn bis hinten unmissverständlich.
Juli 19, 2009 um 3:03
Ja. Der Kommentar ist interessant. Und sicher zutreffend! Er negiert aber doch keinesfalls die positiven Erfahrungen von WaldorfschülerInnen und -Eltern. Nicht jedeR, der auf eine schöne Waldorfschulzeit zurückblickt, ist Opfer einer Gehirnwäsche, minderbemittelt, dumm oder lügt.
Juli 19, 2009 um 11:06
Korrektur: Kommentar einer ehem. Waldorfschülerin.
Juli 19, 2009 um 11:01
Einen sehr interessanten Kommentar eines ehemaligen Waldorfschülers gibt es hier:
http://chaosimkopf.wordpress.com/2008/09/13/wundersame-waldorf-padagogik-oder-atlantis-als-bewusstseinszustand/#comment-2393
Juli 18, 2009 um 8:39
@ Anke
hier auch noch ein Auszug aus meinem Interview mit den „Ruhrbaronen“ zu _ L I B E R A L _ im Zusammenhang mit Anthroposophie:
http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/
„Waldorfschule: Vorsicht Steiner
(…)
Ruhrbarone: Offiziell heisst es ja, dass nur die Pädagogik auf Rudolf Steiner beruhe, die Anthroposophie selber aber nicht unterrichtet werde.
Lichte: Mir wurde nach dem Besuch einer Informations-Veranstaltung einer sich modern und _ L I B E R A L _ gebenden Waldorfschule ein Geschichts-Epochenheft zugespielt. Der Inhalt: Das anthroposophische Geschichtsverständnis nach Rudolf Steiner, kindgerecht aufbereitet. Inklusive Atlantis.
Ruhrbarone: Sie meinen „Atlantis“?
Lichte: „Atlantis“ fällt natürlich sofort ins Auge, weil das Heft damit beginnt und der Stoff so exotisch ist.
Ruhrbarone: Was haben Sie denn daran auszusetzen, dass griechische Mythologie – der Atlantismythos Platons – in der Schule unterrichtet wird?
Lichte: Platon? Es ist Steiner für Kinder! Ich habe ein Geschichts-Epochenheft mit Steiner verglichen, es ist eine fast wörtliche Wiedergabe von Steiners Neo-Atlantis-Mythos. Danach leben wir alle im „Fünften Nachatlantischen Zeitalter“.
Ruhrbarone: Ist uns neu.
Lichte: Atlantis spielt eine entscheidende Rolle im anthroposophischen Geschichtsverständnis: Atlantis ist für den Anthroposophen eine historische Tatsache. Im „Atlantischen Zeitalter“ werden die Voraussetzungen für die heutige Menschheit geschaffen: Die Rassen entstehen und es beginnt eine fiktive Völkerwanderung, angeführt von „Manu“, dem „Menschheitsführer“ …
(…)“
Juli 18, 2009 um 8:27
@ Anke
du fragst: „Wie darf ich mir denn eine “liberale Waldorfschule” vorstellen?“
Als Ironie. Wenn die „liberale“ Waldorfschule einen Artikel der “Erziehungskunst” von Lorenzo Ravagli als Lektüre empfiehlt …
Juli 17, 2009 um 11:41
@ Andreas
„Auf einem Elterninfoabend einer “liberalen” Waldorfschule …“
Wie darf ich mir denn eine „liberale Waldorfschule“ vorstellen?
Anthroposophie light ?
Wahnsinn in homöopathischer Dosierung?
Juli 17, 2009 um 9:50
@ Ansgar Martins
du schreibst: „Das heißt nicht, dass ich die Umtriebe von Lorenzo Ravagli (…) toleriere.
Für wen arbeitet denn Lorenzo Ravagli?
Ravagli ist Redakteur der „Erziehungskunst“, Hauspostille des „Bundes der Freien Waldorfschulen“.
Für den „Bund der Freien Waldorfschulen“ hat Ravagli zusammen mit Hans-Jürgen Bader die Steiner-Verteidigungsschrift „Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit“ geschrieben: DAS Buch für besorgte Eltern … Valium für die Waldorfgemeinde.
Ich hab mal einem Ex-Kommilitonen, der seine Kinder auf die Waldorfschule schickte, von Steiners Rassenwahn erzählt. Klar, er wurde stinksauer. Dann, nach Monaten, meldete er sich triumphierend: „Ich hab jetzt eine wissenschaftliche Abhandlung von Lorenzo Ravagli gelesen – du hast mir nur Quatsch erzählt!“
Auf einem Elterninfoabend einer „liberalen“ Waldorfschule wurde auch ein Artikel der „Erziehungskunst“ von Lorenzo Ravagli als Lektüre empfohlen …
Siehst du da nicht vielleicht doch einen Zusammenhang mit deiner Schulrealität?
Wenn du diesen Zusammenhang in deinem Artikel bitte noch erwähnen könntest:
http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/15/ravagli-die-rassen-und-die-rechten/
Juli 17, 2009 um 2:52
@ Ansgar
Woraus speist sich denn der Inhalt des Unterrichts an anthroposophischen Schulen mit anthroposophischer Methode, angewendet von anthroposophisch geschulten Lehrern, die zu dem Zweck eingerichtet wurden, die anthroposophische Weltsicht zu vermitteln und sich in anthroposophischer Trägerschaft befinden? Hat Ihr Eurythmie-Lehrer mächtig Rudolf Steiner kritisiert, der neben dem Erzengel Michael die anthroposophisch eingerichteten Schulgebäude ziert? Waldorfschulen gäbe es nicht ohne Steiner, er allein ist in ihnen die determinierende Instanz, und „Anthroposophie“ wäre ohne diese Schulen überhaupt kein Thema, weil nur eine verschwindend geringe Zahl von Menschen von der Existenz ihres vermeintlichen „Menschheitsführers“ erfahren würde.
Juli 17, 2009 um 2:18
Hallo Anke,
> Ich sehe keinen Widerspruch.
Glaub ich dir
Das ist aber genau der Punkt. Der nämlich, ob der konkrete Unterrichtsinhalt an FWSen sich aus anthroposophischen Ansichten speist oder nicht.
Juli 17, 2009 um 2:11
@ Ansgar
Ich sehe keinen Widerspruch.
So viel Bildung wie nötig, so viel „Anthroposophie“ wie möglich.
In den Schulen des anderen Führers wurde auch das Einmaleins gelehrt und auch deren Schüler fühlten sich nicht alle unwohl.
Juli 17, 2009 um 12:38
Hallo,
> Versteht noch irgendjemand, wie sowas
> immer noch genehmigt und gefördert wird?
Weil der Alltag an Waldorfschulen kaum mit dem zu tun hat, was die NWA in ihren Artikeln darstellen. Ich kenne natürlich nicht alle FWSen, aber diejenigen, die ich kenne, sind weder gemeingefährlich, noch werden Kinder misshandelt noch ist die Unterrichtsqualität ( so ich sie erlebe ) unter aller Sau. Im Gegenteil gibt es bei Praktika und Theaterspielen sehr schöne Momente im WaldorfschülerInnendasein.
Das heißt nicht, dass ich die Umtriebe von Lorenzo Ravagli, das Durchnehmen von Atlantis u.ä. an WaldorflehrerInnenseminaren oder die Nazi-Mystifikationen eines Karl Heyer toleriere, aber die Sache mit den Waldorfschulen ist meiner Erfahrung nach doch etwas vielschichtiger, als die Berichte auf NWA, die nur ( und zurecht!!! ) Missstände behandeln, durchblicken lassen.
Dazu passt auch, dass es natürlich regelmäßige Besuche ministerieller Behörden gibt, und die sind nicht minderbemittelt, sondern können eben auch nichts verfassungsfeindliches feststellen.
Viele Grüße,
Ansgar Martins
PS Vllt interessiert manche mein oben schon erwähntes Blog
waldorfblog.wordpress.com
Juli 17, 2009 um 10:31
Der rechte Ravagli wird selbst einem Waldorfschüler zu viel:
http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/15/ravagli-die-rassen-und-die-rechten/
“Ravagli, die “Rassen” und die Rechten”
Juli 15, 2009 um 6:48
@ Max
Außerdem hat ein Haus gewöhnlich an allen Seiten Fenster, aber zumeist nur eine Front mit einer Tür. Darstellung und Antwort des Kleinen waren also bestens.
Aber die Kinder dürfen bei den Anthros nicht zu viel wissen und lernen, beim Malen auch nur bestimmte Farben verwenden etc., etc. je nach Alter. Das ist keine Pädagogik, sondern Misshandlung.
Ist ein Kind doch in die Schule aufgenommen worden, das mehr will als der „Führer“ ihm zugestand, dann hatte der „Pädagoge“ Steiner patente Mittel, um für „Heilung“ zu sorgen:
„Man stellt ihm Aufgaben, die zu groß sind, und versucht, ihm klarzumachen, wenn er diese übergroßen Aufgaben lösen muss, so ist es deshalb, weil er sich hervortun will. (…) Sie werden sehen, dass Sie den Schüler nach einiger Zeit kuriert haben werden, wenn Sie diese Methoden anwenden.“
Zit. n. http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/02/waldorf-vor-gericht_2181.html
Juli 15, 2009 um 6:03
@Andreas
Geil !
.
Das Kind zeigt genug Fantasie, sich die Rückseite des Hauses als Motiv vorzustellen und zu erklären. Dies ist ein Fortschritt, denn zumeist „kopieren“ Kinder ein „vorgefertigtes Hausmuster“ einfach. Und diese zusätzliche Fantasie soll ein Grund zur Ablehnung gewesen sein ? Lächerliche Art des „freien Zugangs“. Meine ganz ehrliche Meinung
Juli 15, 2009 um 3:01
Ja, wenn ein Sechsjähriger klüger als die Waldorflehrerin ist, können die den natürlich nicht gebrauchen.
Juli 15, 2009 um 1:32
@ Anke
du fragst: „Oder meinst Du, den Richtern könnte dabei zufällig auffallen, dass anthroposophische Geisterwissenschaft und Führerherrschaft im Grundgesetz nicht vorgesehen sind?“
Mit dieser Fragestellung wird sich das Gericht wohl nicht auseinandersetzen – es sei denn, du schaffst eine WUNDERBARE Kampagne, die bis in den Gerichtssaal reicht.
Aber dem Gericht könnte schon auffallen, dass es an Waldorfschulen kaum Schüler mit „Migrationshintergrund“ oder aus „sozial benachteiligtem“ Milieu gibt. Dass die Waldorfschulen also aktuell gegen das verstossen, was sie selber als Klagegrund angeben:
„Nach Ansicht der Steiner-Schule ist das Gesetz wegen der Höhe der Landeszuschüsse verfassungswidrig. Damit werde der freie Zugang zur Schule verhindert. Im Grundgesetz sei festgelegt, dass Privatschulen nur gefördert werden dürfen, wenn sie Schüler nicht nach Besitzverhältnissen der Eltern absondern …“
Der „freie Zugang“ zur Waldorfschule wird vom Waldorflehrer beim Aufnahmegespräch mit den Eltern verhindert. Natürlich wird niemand sagen, dass das Kind wegen schlechten Einkommens der Eltern, oder islamischen Hintergrunds etc., nicht aufgenommen wird, was ein Verstoss gegen das Grundgesetz wäre. Das funktioniert beispielsweise so, Aiga Stapf, „Hochbegabte Kinder“, C.H.Beck, 2006. Zitat, S. 232:
“Waldorfschulen
(…) Es sind auch nicht gerade die schwierigen Kinder, denen auf den Waldorfschulen geholfen wird. Eltern berichteten wiederholt, dass Kinder vom Waldorfkindergarten und der Waldorfschule abgelehnt wurden. Die Kinder mussten u. a. bei dem Aufnahmegespräch etwas malen: ein Sechsjähriger malte z.B. ein Haus ohne Tür, wozu er kommentierend auf Nachfrage der Waldorfpädagogin sagte: «Die Tür ist hinten.» Dies wurde von ihr als ein «Anzeichen» dafür gedeutet, dass das Kind seine Seele nicht öffnen will, sie lehnte die Aufnahme ab. Im nachhinein waren die Eltern froh über diese Ablehnung. (…)”
Juli 15, 2009 um 12:57
@ Andreas
„Wird sich zeigen …“
Versteh ich nicht. Da geht es doch darum, ob die okkulten Missionsschulen noch mehr Geld vom Staat bekommen als bisher schon. Oder meinst Du, den Richtern könnte dabei zufällig auffallen, dass anthroposophische Geisterwissenschaft und Führerherrschaft im Grundgesetz nicht vorgesehen sind?
Juli 15, 2009 um 8:18
@ Anke
du schreibst: „Die Behörden spielen weiterhin mit, zweifellos.“
Wird sich zeigen. Die Waldorfschulen starten gerade den Großversuch … meine mail ans Fernsehen:
„Hallo …,
hab jetzt einen Artikel zur „Verfassungsklage“ der Waldorfschulen gelesen … Hammer!
Dass sie sich ausgerechnet auf das „Sonderungsverbot“ berufen, ist schon mehr als eine Frechheit:
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/waldorfschulen-wollen-mehr-geld-vom-land–17087059.html
„Nach Ansicht der Steiner-Schule ist das Gesetz wegen der Höhe der Landeszuschüsse verfassungswidrig. Damit werde der freie Zugang zur Schule verhindert. Im Grundgesetz sei festgelegt, dass Privatschulen nur gefördert werden dürfen, wenn sie Schüler nicht nach Besitzverhältnissen der Eltern absondern …“
„Die Achse des Guten“ gab meinem Interview mit den Ruhrbaronen „Waldorfschule: Vorsicht Steiner“ ja eine neue Überschrift:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/waldorfschulen_sind_auslaenderfreie_zonen/
“Waldorfschulen sind ausländerfreie Zonen”
(…)“
Juli 15, 2009 um 12:26
Die Behörden spielen weiterhin mit, zweifellos.
Aber die widerlichen anthroposophischen Großmäuler sind im Netz in den letzten ein-zwei Jahren doch erheblich leiser geworden.
Immerhin etwas.
Juli 14, 2009 um 11:34
Versteht noch irgendjemand, wie sowas immer noch genehmigt und gefördert wird?
„Aber auch die Kräfte des Bösen und der Zerstörung, auch die scheinbare Sinnlosigkeit fügen sich als sinnvolle Glieder in den großen Gang der Geschichte ein…“
Buuuaaahhh-kotz-kotz. Ich habe mich vor einiger Zeit schon gewundert, als ich das hier las:
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/08/kindesmisshandlung-und-terror-pr.html
http://blog.esowatch.com/index.php?itemid=142
Das ist doch alles nur noch abartig!
Da fragen sich Menschen, wie es zum Nationalsozialismus kommen konnte, wieso Menschen so einen Dreck massenweise unterstützten und heute präsentieren sich diese Anthroposophen als edelste Wohltäter und werden von Politikern unterstützt.
J.