
Werner Gitt, Quelle: CreationWiki
Die Bibel ist für christliche Fundamentalisten Lebens- und Glaubensgrundlage, andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde und Krankheit, die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung informieren. Unser Buch “Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland” bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir Reaktionen auf das Buch veröffentlichen und auf weitere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem fassen wir einige Berichte von Evangelikalen zusammen.
Evangelikaler führt Kampf gegen die Evolutionstheorie
Als Ingenieur ist er in Rente, doch als bibeltreuer Missionar arbeitet er engagiert weiter. Und dabei führt Werner Gitt seinen persönlichen Kampf gegen die „Evolutionslehre“. So fragt sich der bibeltreue Christ in einer seiner Broschüren: „Warum ist die Evolutionslehre so gefährlich?“ Seine Antwort heißt, sie verführe die Menschen zum Atheismus, und mit „atheistischer Einstellung“ landeten sie „nach dem Zeugnis Jesu in der Hölle“. Für ihn ist Gott der „Schöpfer“, Christus der „unverrückbare Fels“. „Ideologien, Atheismen und Evolutionssysteme zerschellen hier“, so Gitt. Der Kreationist ist überzeugt davon, dass Gott die Erde in sechs Tagen geschaffen hat. Dabei unterliegen seiner Ansicht nach die „Methoden“ des „Schöpfers“ nicht dem „naturgesetzlichen Geschehen“. Gitt schreibt: „Die heutigen Naturgesetze regeln die Abläufe in unserer Welt; sie sind aber nicht die Ursache, sondern erst das Ergebnis der Schöpfung.“ Gitt wirbt immer wieder während öffentlicher Missionsveranstaltungen für seinen bibeltreuen Glauben und leugnet dabei naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Im Herbst 2008 durfte er seinen Vortrag „Warum ich als Wissenschaftler an die Bibel glaube“ auch im Audimax der Leibniz Universität Hannover halten. Im Februar referierte er dort erneut vor Studierenden. Veranstalter war in beiden Fällen das evangelikale Forum Bibel – Glaube – Wissenschaft.
„Intellektueller Skandal“
Britischer Dokumentarfilmer kritisiert Kreationisten
„Jede Gesellschaft, die wir bisher kennen, hielt es für notwendig, eine Erzählung zu haben, die erklärt, warum wir hier sind“, kommentiert der britische Dokumentarfilmer David Attenborough die biblische Schöpfungsgeschichte. „Und die Menschen im Mittleren Osten dachten eben, dass Gott den ersten Menschen aus Ton geformt und ihm Leben eingehaucht hat, um dann eine seiner Rippen zu verwenden, um die erste Frau zu schaffen“, sagt Attenborough Mitte Mai 2009 in einem Interview der Frankfurter Rundschau. Jede Gesellschaft habe solche Mythen, so der preisgekrönte Naturfilmer. Heute gebe es allerdings genügend Beweise und Belege zur Entstehung der natürlichen Welt. Deshalb ist für Attenborough auch völlig klar, dass Menschen mit Affen verwandt seien.
Der Kreationismus dagegen beruhe nicht auf faktenbasiertem Beweismaterial, so Attenborough. Christliche Kreationisten glauben, dass die Welt so erschaffen worden ist, wie es in der Bibel steht. Wissenschaftliche Erkenntnisse, die der Bibel widersprechen, lehnen sie ab. Sie zweifeln deshalb auch an der Evolutionstheorie. David Attenborough sagt in dem Zeitungsinterview, es sei ein „historisches Faktum“, das alles Leben durch Evolution entstanden sei. Dafür sei die Beweislage sehr viel besser als für viele historische Ereignisse, die wir in unserem Geschichtsunterricht lehren würden, so der Filmemacher. Viele Entdeckungen der letzten Jahrzehnte – von der Entschlüsselung der DNA bis zur Kontinentaldrift – hätten die Evolutionstheorie noch weiter bestätigt. Besonders scharf kritisiert der Brite, wenn die biblische Schöpfungsgeschichte auf Betreiben von Kreationisten parallel zur Evolutionstheorie in der Schule gelehrt wird. „Das ist ein intellektueller Skandal“, findet David Attenborough.
Das ganze Interview über „Darwin, Dinosaurier und blaugesichtige Affen“ ist auf den Internetseiten der Frankfurter Rundschau nachzulesen. In dem Artikel „Gestalten ohne Gestalter“ in der Süddeutschen Zeitung werden die Mechanismen der Evolution erklärt und auch Überzeugungen von Kreationisten, den Anhängern des sogenannten Intelligent Designs, widerlegt. Die Technische Universität Dortmund veranstaltet im Sommersemester 2009 die interdisziplinäre Vorlesungsreihe „Darwins (r)evolutionäre Gedanken“ – darunter auch Vorträge zum Kreationismus in Deutschland und den USA. Weitere Blogtexte zum Thema: „Evangelikaler hält Evolution für Ideologie“ und „Kreationismus im Hörsaal“.





































































