Die Phantasien des Herrn Spaemann

Robert Spaemann: Warum es Gott geben muss

Muss man Gott beweisen? Nein. Aber man kann. Das zumindest meint der bekannte Philosoph Robert Spaemann. Er hat ein Buch vorgelegt, in dem er erklärt, warum es Gott geben muss. Seine Beweise sind vielfältig – und ein Gegenstück zu Groß-Kritikern des Glaubens, die sich vermehrt zu Wort melden, meint pro-Redakteur Andreas Dippel.

Mit ihren Streitschriften wider die Religion sind sie seit Monaten in aller Munde: Etwa der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins, dessen neues Buch mit dem Titel “Der Gotteswahn” jetzt in deutscher Übersetzung erschienen ist. Schon lange zieht Dawkins gegen den Glauben zu Felde (siehe Christliches Medienmagazin pro, 5/2006), und auch in der aktuellen Ausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” sagt Dawkins im Interview: “Die Atheisten waren viel zu lange weg. Jetzt erheben wir die Stimme – und siehe da, unsere Bücher sind gewaltige Bestseller.” Seinen Glauben an Gott habe er endgültig verloren, als er Darwins Evolutionstheorie verstanden habe. “In meinen Augen beseitigt die Evolution die bei weitem gewichtigsten Gründe, an Gott zu glauben”, sagt Dawkins im “Spiegel”.

Der Philosoph Robert Spaemann hingegen will Antworten geben. Man könnte meinen, sein Buch “Der letzte Gottesbeweis” sei eine Erwiderung auf Bücher wie “Der Gotteswahn” von Dawkins. Denn beide Bücher haben eines gemeinsam: Ihre Aussagen sind grundsätzlicher Art, es geht ihnen um die Beantwortung existenzieller Fragen nach Glaube und Gott, die vielleicht jeder Mensch im Laufe seines Lebens stellt. Freilich, beide kommen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.

5 Antworten zu „Die Phantasien des Herrn Spaemann“

  1. sparc Sagt:

    Ich befürchte, dass das leider nicht, wie der Titel verkündet, der letzte Gottesbeweis sein wird.

  2. Rudi Sagt:

    “Eine plötzliche grundlose Entstehung einer Welt aus nichts denken zu müssen, enthält eine Zumutung an die Vernunft, die alle anderen Zumutungen in den Schatten stellt”

    Richtig.
    Aus dem Mann könnte noch mal ein redlicher Determinist werden.

    Wenn er aus diesem Satz allerdings die Schlussfolgerung auf seine Gottheit zieht, ist das vielleicht ganz nett für die Märchenstunde, ansonsten allerdings allerunterste Schublade. Ansonsten schließe ich mich Wuschelpuschel an.

  3. wahoonie Sagt:

    lustig, wie sich solche leute immer abmühen, dass es einen gott geben muss.
    offen bleibt immer: wieso nur einen gott? wieso ausgerechnet den der (judäo-)christlichen tradition? warum nicht ein anderer gott oder eine gruppe von göttern? warum überhaupt darf das universum, das leben nicht ohne einen gott entstanden sein?

    wovor haben diese leute angst? dass sie eines tages aufwachen und feststellen, dass sie die ganze zeit schon für ihr eigenes leben verantwortlich waren? es tatsächlich keinen höheren (iSv göttlichen) sinn hat?

  4. wuschelpuschel Sagt:

    “Eine plötzliche grundlose Entstehung einer Welt aus nichts denken zu müssen, enthält eine Zumutung an die Vernunft, die alle anderen Zumutungen in den Schatten stellt”

    Falsch. Eine plötzliche, grundlose Entstehung eines Gottes aus dem nichts denken zu müssen, der dann die Welt erschafft ist eine noch größere Zumutung.

  5. molosovsky Sagt:

    Lesenswerte Rezi von Gregor Keuschnig bei »Glanz und Elend«, die zugleich die peinliche Schwachbrustigkeit der Darlegung von Speamanns »Der letzte Gottesbeweis« erläutert.


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