
Der Chefredakteur der Bundeswehr-Zeitung muss gehen, weil er einen kritischen Kommentar über den Papst geschrieben hat. Auch der katholische Militärbischof Walter Mixa war nicht amüsiert.
Mit der Meinungsfreiheit ist das so eine Sache. Meistens kommt es sehr genau darauf an, wer sie wo für wen in Anspruch nimmt. Das gilt vor allem dann, wenn die Plattform der Meinungsäußerung eine Publikation ist, die bestimmten Interessen verpflichtet ist – sei es denen eines Unternehmens, einer Organisation oder auch eines Ministeriums.
Letzteres musste Oberstleutnant Uwe Kort erfahren, der bis Ende Juni Chefredakteur der Zeitung Bundeswehr aktuell war. Das Blatt nennt sich »Zeitung für die Bundeswehr« und erscheint unter der Verantwortung des Presse- und Informationsstabes des Verteidigungsministeriums.
In einer Auflage von 60000 Exemplaren wird es allmontäglich in der Truppe verteilt – sozusagen die Hauspostille der Parlamentsarmee. Auf Seite 2 steht regelmäßig das »Editorial«, das Wort zum Montag des Chefredakteurs. Am 16. April gratulierte an dieser Stelle Oberstleutnant Kort dem deutschen Papst Benedikt XVI. zum 80. Geburtstag. Er verband dies mit dem Wunsch, dass der Papst »endlich den Mut findet, konkrete Schritte zur Lösung der seit langem aufgeschobenen grundlegenden pastoralen Fragen und Probleme einzuleiten«. Als Beispiele führte Kort an: Abtreibung, Homosexualität, Sterbehilfe, Gentechnik, Ökumene.
Die Staatsbürger in Uniform, rein theoretisch sind sie es. Geht es aber um staatsbürgerliche Rechte sind sie es nicht. Keine renitenten Äußerungen gegen die Kirche, soll diese doch weiterhin die Waffen segnen, mit denen Menschen umgebracht werden können. Der katholische Generalprediger Gottes Walter Mixa war über die Äußerungen des Chefredakteurs nicht erfreut. »Wir haben unsere Irritation über den Beitrag formuliert, aber nicht mit einer bestimmten Intention«, so Carl Ursprung, der Stellvertreter des Militärgeneralvikars. Die katholische Kirche ist »not amuesed« und die staatlichen Stellen reagieren, in vorauseilendem, göttlichen Gehorsam sofort.
Demokratische Grundrechte mit Füßen tretend will man sich wahrscheinlich einen Platz an der Sonne sichern, äh, sprich im Paradies.
Der gefeuerte Oberstleutnant verdient Respekt für seinen Mut, alles andere erinnert an die Handlungsweisen in einer Bananen-Republik.
Gefunden in der Süddeutschen






































































Oktober 16, 2007 um 11:04 pm
[...] Vorkämpferin gegen den Bolschewismus im Nachkriegsdeutschland, zum Beispiel der ansonsten die Kampfmoral gegen verabsolutierten Gesinnungspazifismus verteidigende deutsche Militärbischof Walter Mixa [...]
Juli 15, 2007 um 9:00 pm
Der OSl wurde in das »bundesdeutsche Sibirien« versetzt, mit einer Entschuldigung, ab nach MeckPom
Juli 15, 2007 um 8:37 pm
[...] zu schreiben oder sie auf entsprechende Artikel anderer Blogs hinzuweisen. Das Brightsblog berichtet aktuell vom Chefredakteur der Zeitung für die Bundeswehr, der es sich erlaubte, [...]